„With triumph comes loss“ schlug ein wie eine Bombe!
Ein fieser, roher Hassklumpen mit brettharten, tonnenschweren Gitarrenwänden und vor Wut triefendem Gesang mit einer Durchschlagskraft von 100%. Außerdem kam die Platte genau zum richtigen Zeitpunkt mit den Alben von AS I LAY DYING, CALIBAN und HEAVEN SHALL BURN heraus und setzte eine deutliche Durftmarke auf dem frisch geschaffenen Metalcore Acker. Nun erscheint der Nachfolger „Kingdom“. Eins steht schon mal fest, „Kingdom“ wird sowohl von jeglicher Presse als auch von den Heerscharen von Fans bis zum Erbrechen abgefeiert werden.
Sicher, die Platte ist wieder ein Hassklumpen vor dem Herrn geworden in der Schnittmenge von SLAYER, modernem Thrash Metal und ein klitzekleines bisschen Hardcore. Ob man CATARACT noch zum eigentlichen Metalcore zählen kann, das sei jedem selbst überlassen. Selbst beim Gesang kann man nicht mehr allzu viel Zugehörigkeit feststellen. Eher klingt Sänger Fedi wie Rob Flynn und Konsorten. Allerdings darf man die ach so geliebten und immer wieder herbei gesehnten Breakdown-Moshparts nicht vergessen… Die finden sich auch hier wieder, wie bei 80% der Musik, die heutzutage auf den Markt gebracht wird. Manchmal könnte man das Gefühl haben, Breakdowns stehen im Vertrag als obligatorische Bedingung ohne die keine CD das Presswerk verlässt…

Nun gut, genug der Beschwerden über einen ehemals sehr innovative und kreative Musikrichtung, die durch Marktüberflutung und Trend-Reiterei zu Grunde gerichtet wird, wie jeder Trend. Ein Blick auf „Kingdom“ aus musikalischer Sicht:

„Kingdom“ ist mit „With triumph comes loss“ im Rücken eine kleine Enttäuschung geworden. Sicher, ordentliche Brecher und geile Groover finden sich zu Hauf auf diesem Album. Der Mix an sich ist besser und einheitlicher ausgefallen als noch beim Vorgänger (Die Platte wurde, wie eigentlich nicht anders zu erwarten von Tue Madsen geschneidert, der Mann muss doch eingehen vor Arbeit…). Prinzipiell ist nichts auszusetzen an „Kingdom“.
Was man aber erwarten kann, wie bei zig anderen Bands dieser Generation, ist, dass das Album nach der Durchbruch-Platte besser ist als sein Vorgänger. Das ist hier nicht der Fall!
Auch der Vorgänger strotzte nicht wirklich vor Kreativität. Teils wurde so dreist bei SLAYER geklaut, dass man sich nur die Hand vor die Stirn klatschen konnte. CATARACT waren damals aber eine der ersten Band, die sich von dem Kajalstift verschmiertem, Emo-verseuchten CALIBAN Metal oder dem christlichen Emo Look-alike wie AS I LAY DYING absetzten. Dieser Flair ist trotz der gleichen musikalischen Ausrichtung einfach nicht mehr da. Es fehlt das Rohe, das Fiese, das Neue, das frische Blut. CATARACT haben zu lange für „Kingdom“ gebraucht und es sind in der Zwischenzeit unfassbar viele Bands aus dem Boden geschossen, die sich ebenfalls dieser Ecke zugehörig zeigen und nicht schlechter agieren.

Aber bleiben wir realistisch, bei allen Beschwerden, man wird diese Platte lieben. Ein Schritt weiter weg vom Metalcore, eine geil produzierte Platte mit schnellen und harten Songs… wen interessiert es da noch, dass „Kingdom“ genau wie trölfzig andere Platten keine Eigenständigkeit entwickelt und vor allem keinen Flair versprüht. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu kritisch? Wer weiß?!

Vielleicht sollte man auch einfach aufhören, immer mehr zu wollen, als man bekommen kann und einfach den Schädel kreisen lassen und Spaß haben bei coolen Songs wie „War of cultures“ oder „Sacrificed for the wealth“.
„Kingdom“ ist eine gute Platte aber bringt weder etwas Neues, noch ist sie innovativ oder gar kreativ. Ach, scheißt der Hund drauf, shut up and bang your head!

Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 41:28 min
Label: Metal Blade Records
Veröffentlichungstermin: 22.05.2006
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