Eternity Magazin
Wahnsinnige 6 Jahre hat es gedauert, bis IGNITE es geschafft haben, ihr viertes Album endlich unters Volk zu bringen. In der Zwischenzeit tourte sich die Band auf der ganzen Welt den Allerwertesten ab. Eine lange Zeit für alle Fans, die allerdings von "Our Darkest Days" mehr als entschädigt werden. Gleich der Opener "Bleeding" jagt in wahnsinniger Geschwindigkeit durch den CD Player. Gleich zu Beginn merkt man, dass sich der Kurs der Orange County Amis nicht wirklich stark geändert hat, man konzentriert sich aber immer mehr auf sehr eingängige Melodien und tendiert vor allem in Punkto Gesang mehr zum Punk.
Bei "Fear Is Our Tradition" wird die Geschwindigkeit vorerst wieder etwas runter gefahren und der Song entpuppt sich als durchaus radiotauglicher Hit. Die Melodiebögen, die IGNITE hier spannen und sich über die ganze CD ziehen, sind in höchstem Masse "anregend", könnte man fast sagen. Hier wird musikalisch eigentlich durchweg gute Stimmung verbreitet, es macht einen Riesen Spaß, Songs wie "Let It Burn" oder "Poverty For All" zu hören und sie beim ersten Hörgenuss direkt mit zu singen. Wer sich fragt, wo den der ursprüngliche Hardcore geblieben ist, der soll sich gerade "Poverty For All" anhören, das vom typischem Hardcore Drive getrieben wird. Mit „Are you listening“ und "Know Your History" hat man dann auch noch zwei astreine fies schnelle Hardcore Brecher auf CD gepresst.

Sänger Zoli Teglas singt meist hoch und sehr melodisch ("My Judgement Day") und erinnert selten an den typischem Hardcore Shouter. Seine Stimme ist sehr kräftig, die Vocal Lines der Songs sind aber durchweg so hoch angelegt, dass es gegen Ende des Albums etwas angestrengt klingt, aber eher, weil es die eigene Kehle zuschnürt und man sich denkt, dass es wohl sehr anstrengend ist, so zu singen. Live wird der Junge wohl schwer schwitzen.

Gegen Ende des Albums wird das die Geschwindigkeit angezogen und immer mehr der Hardcore Vergangenheit gehuldigt. Die beiden vorher erwähnten Kracher werden hier um "Strength" erweitert. Es klingt fast wie eine gewollte Aufteilung. Es wird immer schneller.
Leider lässt auch das Hitpotential im letzten Drittel nach, wobei die Songs wohl deshalb nicht so sehr zünden, weil die erste Hälfte nur absolute Hits enthält.
Dafür gibt es als vorletzter Track noch ein sehr interessante Version des U2 Klassikers "Sunday Bloody Sunday". Da würde sich Bono mit Sicherheit freuen, denn diese Version bringt den Song einer ganz anderen, jüngeren Generation näher. Die zwei Bands sind auch lyrisch eng miteinander verbunden, genau wie die Megaseller sind IGNITE bekannt dafür, politisch und sozial kritische Themen auf zu greifen und damit bei den Fans auch etwas zu bewegen.
Zur Bewegung wird auch die Akustik Ballade am Schluss des Albums, "Live For Better Days" anregen, die sehr gefühlvoll und eben "bewegend" durch die Boxen fließt. Als Hidden Track überraschen IGNITE noch mit einem kurzen, wohl ungarisch (Sänger Zoli ist gebürtiger Ungar) gesungenem Einsprengsel.

IGNITE 2006 agieren eingängiger als zuvor und erfreuen außerdem mit einer perfekten Produktion aus den Maple Sound Studios. "Our Darkest Days" ist ein absolutes Hammer Album geworden, dass wohl keinen Fan der Band enttäuschen wird. Wer IGNITE noch nicht kennt, sollte die Band auf jeden Fall antesten, auch wenn man nicht die größten Sympathien gegenüber melodischem Hardcore oder Punk hegt. Dieses Album hat ein Ohr verdient, vielleicht sogar zwei. Daumen hoch! (Bernie)

Bewertung: 9,0 / 10

Anzahl der Songs: 14
Spielzeit: 36:05 min
Label: Century Media
Veröffentlichungstermin: 12.05.2006
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