Ganze zwei Jahre nach den Aufnahmen der CD ist „Desiderata“ jetzt erst erhältlich. Die Veröffentlichung des nun vierten Albums von MADDER MORTEM wurde durch Schwierigkeiten mit ihrem alten Label immer wieder verzögert. Nun wird via Peaceville die Welt in Schrecken versetzt. Schon das erste Einsetzen der Vocals von Sängerin Agnete auf „My name is silence“ lässt mich erschaudern. Wou, das wird eine anstrengende Reise. Solch eine seltsame Melodieführung hört man doch eher selten. Zum Chorus hin wird’s dann etwas besser und es kommt auch eine interessante Hookline zum Vorschein. MADDER MORTEM zeigen hier ein sehr wuchtiges, forderndes Songwriting, ein wütendes Durcheinander aus dissonanten Tönen und Melodien. „Erasions“ wirkt wie von einer anderen Band, sehr ruhig und verhalten und sogar etwas jazzig von Zeit zu Zeit. Mit „Plague of this land“ treffen die Norweger dann einmal ins Schwarze, angeleitet von der zwar völlig diffusen, aber kräftigen Stimme von Frontfrau Agnete. Der Song startet als Uptempo Banger und arbeitet sich über einige Hürden zu einem wahnsinnig bombastischen Chorus durch, der einen fast vom Stuhl wirft. Der mit Abstand beste Moment auf der CD. Gefolgt von einem richtig geilen Thrash Riff, umgarnt mit atmosphärischem Gesang.
Im Folgenden gibt’s ein Wust aus völlig vertrackten Songs, mal groovend, mal ruhig und jazzig. Eine sehr Seltsame Mischung die hier kredenzt wird. Songs wie „Cold stone“ und „Hypnos“ passen schwer zusammen, völlige Ruhe und Mystik treffen auf Remix Atmosphäre und eine Art TripHop Rhythmus. „Hangman“ dagegen fände problemlos Platz bei einem Jazzkonzert, bis es gegen Ende hin etwas lauter wird.

MADDER MORTEM als schwere Kost zu bezeichnen, wäre wohl die Untertreibung des Jahres.
Die Stimme von Frontwallküre Agnete ist zwar durchaus kraftvoll, aber mehr als schwer verdaulich und an viele Stellen schlichtweg nicht zu ertragen. Die Entscheidung für einen einzigen, oder wenigstens ein paar wenige Stile will auf „Desiderata“ wohl keiner treffen. Ein Wust aus verschiedenen Stilen und völlig irren Soundcollagen.
Einen Pluspunkt haben MADDER MORTEM sich allerdings durch ihre rigorose Eigenständigkeit verdient, es gibt wohl keine Band, die auch nur annähernde so destruktiv klingt, das muss man ihnen zugestehen. Das Hörerlebnis wird dadurch aber nicht wirklich viel angenehmer. Nix für schwache Nerven. (Bernie)

Bewertung: 6,0 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 54:49
Label: Peaceville Records
Veröffentlichungstermin: 07.04.2006
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