Bei MAROON handelt es sich um eine der typischen Metalcore - Boom Bands. Erste Soundzeichen gab es mit einer Mini CD im Jahre 2000, man isst vegan und lebt Straight Edge. Es wird sich der Arsch abgetourt und stetig neue Platten veröffentlicht. Genauso geschehen mit dem neuen Langeisen "When worlds collide". Frage ist nun, wenn es zum baldigen Niedergang des Booms kommt, werden MAROON überleben oder elendig in der Masse untergehen? Um Missverständnissen vorzubeugen, MAROON zählen eindeutig in die "Eier-Fraktion" der Metalcore Bands, im Sinne von Bands wie CATARACT oder UNEARTH. Mit der EMO - Kajalstift Fraktion a la CALIBAN u.ä. haben die Ostler wenig zu tun, auch wenn die musikalische Basis die gleiche ist. Hier gibt es keine süss säuselnden Melodien, die junge Mädchen aufkreischen lassen. Hier gibt's Musik für Kerle, mit ner Zwölfer – Packung Eier!

Der Opener "24HourHate" fasst musikalisch gleich mal locker das Album zusammen und zeigt ganz deutlich wo's lang geht. Immer schön auf die Fresse, Twin - Guitars im Schweden - Style und harte Vocals.
Über die Metalcore/Hardcore Vocals wurde schon viel gesagt, meist eintönig, vermischt mit kurzen Sprechpassagen. Bei MAROON Sänger Andre Moraweck verhält es sich ähnlich, obwohl er noch zu denen zählt, die ordentlich Power in den Stimmbändern haben und durchaus variabel singt. Bei dem geilen, melodischen "Annular Eclipse" holte man sich sogar Verstärkung von MERCENERY Sänger Mikkel. Bei "There Is Sometthing You Will Never Erase“ shoutet AGNOSTIC FRONT Sänger Roger Miret gewohnt undifferenziert ins Mikro.
Musikalisch wird hier meist das Gaspedal durchgedrückt und ordentlich auf die Kacke gehauen. Sollte etwa etwas dran sein, dass Vegan/Straight Edgler mehr Energie haben als andere? Nunja, ich wage es zu bezweifeln, aber wer will, der soll. Auf jeden Fall geht "When Worlds Collide" ordentlich nach vorne los. Besonders Songs wie "Vermin" und "And If I Lose, Welcome Annihilation" klingen schön deathig, thrashig.
Allerdings ist auch nicht wenig Augenmerk auf Abwechslungsreichtum gerichtet und somit finden sich nicht nur drei sehr kurze fast schon sphärische, akustische Instrumentalstücke zur Auflockerung wieder. Ausserdem findet man in jedem, aber auch wirklich jedem Vocal Song die Hardcore typischen Downbeat Parts. Live werden sich die Fans im Pit mit Sicherheit gegenseitig die Köpfe abmontieren (natürlich wird keiner verletzt, natürlich), aber auf dem Album werden die gezwungen wirkenden Moshparts mit der Zeit fast unerträglich, was eindeutig zum Punktabzug führen muss.
Es ist eine Sache, Songs aufzulockern und live für Bewegung zu sorgen. Andererseits muss man wirklich nicht in jeden Song auf Teufel komm raus einen Downbeat einbauen. Selbst wenn es in einigen Songs durchaus passend angebracht ist ("Wake Up In Hell")

Trotz allen Genretypischen Ärgernissen macht das von Jacob Hansen formidabel produzierte Album von Song zu Song mächtig Spaß, das muss man zugestehen. Mit den melodischen Einsprengseln ("Confessions Of The Heretic") können sich MAROON auch von ihren trölfzig Kollegen absetzen. Wenn es endlich zum Ende des Booms kommt und zur bitter nötigen Gesundschrumpfung der Szene, dann haben MAROON durchaus die Chance, vor zig anderen untalentierten, langweiligen Bands, die uns immer noch regelrecht zuschwemmen, zu überleben.
Für Metalcoreler ein absoluter Pflichtkauf! Hartwurstler dringend mal antesten! (Bernie)

Bewertung: 8,0 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 43:15 min
Label: Century Media
Veröffentlichungstermin: 27.03.2006
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