Eternity Magazin
Ein Blick auf das Cover des MALICE IN WONDERLAND Debüts lässt so einiges befürchten. Denn wer einen da so lasziv anschaut ist nicht etwa eine knackige Blondine, wie es erst scheint, sondern ein Kerl namens Chris Wicked. Seines Zeichens Sänger und Songwriter der benannten Band. Was kann man musikalisch aus solch einem „glammigen“ Cover erwarten? Tatsächlich handelt es sich bei MALICE IN WONDERLAND um eine Art Glam meets Gothic Rock. Der erste Song „Lucifers town“ startet mit Klavier und Gitarre direkt auf typische Art und Weise und man könnte fast glauben Ville Vallos kleiner Bruder würde hier singen. Insgesamt muss man zugestehen, dass sich der Opener mit seiner knackigen Melodie richtig cool anhört und man nach dem zweiten Hören sogar geneigt sein könnte, mit zu singen.
„Devil dance“ schlägt in genau dieselbe Kerbe, bis dann schon auf Platz drei die erste zuckersüße, melancholische Ballade „My heart belongs to you“, die mal wieder genretypisch alle, aber auch wirklich ALLE Klischees erfüllt. Süße Melancholie mit Herzschmerz Lyrik „take my hand, follow me to wonderland“… Sound für die Massen ohne Ecken und Kanten.
Glücklicherweise wird danach mit “Perfect drug” wieder ein wenig gerockt. Generell tritt der Rock Anteil aber gegen die Herzschmerz - Atmosphäre leider ein wenig in den Hintergrund, in den rockigen Passagen klingen MALICE IN WONDERLAND deutlich besser und interessanter.
Ballade Nummer zwei „In the end“, schlägt, voll und ganz mit Weltschmerz getränkt, ganz in die Gothic Ecke bis dann mit „Heartache boulevard“ ein straighter, aber softer Rocker die traurige Düsterkeit endlich mal auflockert und für gute Stimmung sorgt. Bitter nötig nach dem ganzen Schmerz, den die Band wohl auch auf den Zuhörer übertragen will.
Es folgen drei weitere Softrocker im Stile der Vorangegangenen und zum Abschluss des Albums eine über 8 minütige Ballade, die man besser nicht auf die CD gepackt hätte.

Die Idee der Musik, die man beim Anblick des Covers gewinnen könnte, hat sich also durchaus bestätigt. Ein Blick ins Booklet und somit auf die ganze Band lässt ein wenig Glam Feeling aufkommen und man kann sich auf den ersten Blick nicht sicher sein, wie „offen“ die „Rocker“ für ihr Publikum wirklich sind. Aber da MALICE als dekadenteste Band Norwegens angekündigt werden und die Texte mit jeder Faser auf die holde Weiblichkeit zugeschnitten sind, erübrigt sich diese Überlegung vorerst. Die Jungs bzw. Männer werden mit Sicherheit vor allem, oder sogar ausschließlich junge Mädels überzeugen können, die auch bei Ville Vallos Stimme dahin schmelzen und sich die Kleider vom Leib reißen. Obwohl das in gewissen musikalischen Kreisen auch durchaus Männern zuzutrauen ist.
MALICE IN WONDERLAND wahren mit ihrem Auftreten und ihrem Make Up ein perfektes Image, dass 100% zu ihrer Musik passt. Das ganze Konzept ist absolut schlüssig. „In Touch“ mit der weiblichen Seite, Heerscharen von Groupies werden sich live von der Einfühlsamkeit der soften Rocker überzeugen wollen.

Trotz alledem muss man den Norwegern zugestehen, dass sie zumindest für einen Teil des Albums ein Händchen für Melodien beweisen. Besonders bei den Songs „Lucifers Town“, Perfect Drug“ und „Heartache Boulevard“. Allerdings sind auch zu viele mittelmäßige Songs auf dem Debüt zu finden. Fans von HIM, SISTERS OF MERCY und DEPECHE MODE werden an MALICE IN WONDERLAND ihre wahre Freude haben.
An alle Metaller: FINGER WEG! (Bernie)

Bewertung: 7,0 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 50.48 min
Label: Karisma Records
Veröffentlichungsdatum: März 2006
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