Ganze fünf Jahre hat es gedauert, bis "Don’t fear the reaper" endlich das Licht der Welt erblickt. Die Allstar Truppe um Basser Sharlee D’Angelo (u.a. Arch Enemy) und Gitarrist Jensen (The Haunted) haben sich eine Menge Zeit gelassen, den Nachfolger von "Symphony for the devil" in trockene Tücher zu bringen. Was kann man nun erwarten von dem neuesten Output einer Band die zu Grossteilen aus SATANIC SLAUGHTER Mitgliedern besteht? Die CD beginnt mit einem mächtigen, gefährlich wirkenden Drum-Intro. Als würde die Ankunft eines üblen Unheils angekündigt. Doch wie der Titel des Albums schon besagt, „Fürchte den Reaper nicht“. Also geh ich erstmal entspannt an die Sache heran.

Alsbald wird dann auch der Reigen der schwarzen Magie und der Hexerei eingeleitet. "Stigmatized" beginnt mit ordentlich Drive und mündet später in einen bedrohlichen Mittelteil.
Nach den ersten Songs wird schon klar, dass es hier wie auch beim Vorgänger "Symphony for the devil" nicht mehr nur um schnellen old school Thrash geht sondern es wird hier eher versucht, ein gewisses Gefühl zu kreieren, das nur WITCHERY schaffen können. Eine durch und durch beklemmende Atmosphäre, die dem Zuhörer einen Schauder über den Rücken jagt.
"The Ritual" klingt wie die tonale Umsetzung eines Horrorfilms Ende der 70er Jahre. "Ashes" setzt der fiesen Atmosphäre noch einen drauf mit einem Keyboard - lastigem Intro. Der Song klingt stets Furcht einflössend mit seinen doppelläufigen Harmonien. Hier darf allerdings auch ein wenig geschmunzelt werden, wenn der typische WITCHERY Humor zu tragen kommt und wie mit der Zeile "Ashes to ashes and dust to death" etwas mit alt bekannten Sprichwörtern gespielt wird. Dieser Humor gibt den Songs eine ganz eigene Note und ist ein wichtiges Markenzeichen der Band.
"Plague rider" bedient dann endlich die ältere Riege Fans. Massig Doublebass gepaart mit old school Heavy/Thrash Riffing. Ein cooler Banger, von denen leider etwas wenige auf dem Album vorhanden sind. WITCHERY versteifen sich manchmal etwas zu sehr im mittleren Tempo, was vor allem bei den folgenden Songs auffällt. Ein paar Nackenbrecher zur Auflockerung hätten dem Gesamtbild nicht geschadet. Im Gegenteil, die fehlende Abwechslung gen Mitte des Albums sorgt leider für Abzüge in der B-Note.
Dafür gibt es mit "The wait of the pyramids" und "War piece" zwei zwar nicht überragende aber durchaus gelungene Instrumentalstücke.
Die angesprochene Auflockerung bringt dann das SATANIC SLAUGHTER Cover "Immortal death" mit einer 1,5 minütigen Blastbeat Attacke.
Nach verhaltenem Anfang entpuppt sich auch "Styx" mit einem thrashigen Stakkatto – Zwischenteil als schöner Banger. Die Geschwindigkeit ist hier zwar nicht von Dauer, dafür wird mit dem letzten Track "Cannonfodder" noch einmal ordentlich der Hintern versohlt. Mehr davon das nächste Mal, bitte!

Abgesehen davon, dass "Don’t fear the reaper" eine kleine Auffrischung durch ein paar flottere Passagen nötig hätte, sollte man durchaus mal ein Ohr riskieren, was die Schweden hier fabrizieren. Der kernige Sound (der Mix wurde von Tue Madsen übernommen) und die sicken Vocals von Toxine kreieren ein ganz besonderes, einmaliges Feeling, auf das man sich erst einlassen muss.
Also fürchtet den Reaper nicht, sondern hört euch diese Scheibe in Ruhe an, am besten bei Kerzenlicht in der Dunkelheit und lasst der schwarzen Magie ihren freien Lauf, har har… (Bernie)

Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 46:00 min
Label: Century Media
Veröffentlichungsdatum: 27.02.2006
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