DEBAUCHERY aus Stuttgart haben sich trotz recht kurzer Existenz schon einen guten Namen erarbeitet. Sie tourten bereits mit Größen wie NAPALM DEATH und SIX FEET UNDER und zeigten auf massig Festivals und Einzelkonzerten ihre Live Qualitäten. Nun legen sie mit "Torture Pit" ihre dritte Platte vor, die ihren Status noch weiter ausbauen soll. Mit dem Titelsong und Song Nummer 2 "Butcherman" krachen DEBAUCHERY schon zu Beginn mit sehr fetter und klarer Produktion ordentlich los. Mit dem Opener haben die Stuttgarter auch direkt ins Schwarze getroffen und den besten Song des Albums an den Anfang gestellt. Groove ist hier das Stichwort Nummer Eins! Die Double Bass Nummer "Butcherman" schließt sich danach nahtlos dem Death Metal Fest an.
Doch anstatt diesen guten Beginn auszubauen folgen nun leider DIE Füller der Platte schon auf Platz 3 und 4. "Debauchery Bloodpack" und "Cummin And Killing" entpuppen sich als langweilige Rocksongs im Stil von AC/DC, ohne besonderen Drive. Die ansonsten geile extrem tiefe Death Metal Stimme von Sänger Thomas passt zu Schmalspurrock wie die Faust auf's bereits blaue Auge. Selbst die gelungenen Soli können diese lahmen Songs nicht mehr raus reißen.

Mit "Vitality Of Decay" kommen die Jungs gottlob wieder zurück zum Death Metal und ballern eine fiese Speedsalve auf die Hörer nieder. Es klingt, als wäre eine ganz andere Mannschaft im Studio gewesen. Im Gefolge wird wieder ins Rockgenre gewechselt. Diesmal allerdings mit erheblich höherem Niveau. Auch wenn er nicht zu seinem Vorgänger auf der Platte passt, "Death Metal Warmachine" rockt. Sehr simpel gestrickt, wie soweit eigentlich alle Songs, kann man doch Gefallen an diesem Song finden, absolut einer der besseren der Platte.
Im Folgenden wird es immer deutlicher, dass die Einfachheit der Songs schnell zu Langeweile führen kann. Auf "Torture pit" sind schlicht und einfach zu viele mittelmäßige Songs. Es scheint, als hätte die Band mit den zwei ersten Krachern ihr Pulver schon verschossen.

Wirklich schlecht sind DEBAUCHERY auf "Torture pit" natürlich nicht, obwohl die Songs 3 und 4 sehr die Nerven strapazieren. Die neue Scheibe bietet groovenden Death Metal, der sehr an SIX FEET UNDER erinnert. Ganz besonders wegen Sänger Thomas, der sich meist wie ein Klon von Chris Barnes anhört. Aber man muss einfach zugestehen, dass der Spaß beim Hören mit jedem Durchlauf etwas abnimmt. Die Songs sind simpel und bieten auf lange Sicht nichts wirklich Neues. Wobei es auf der anderen Seite wohl genau diese Einfachheit ist, die DEBAUCHERY live so beliebt gemacht hat. Von daher ist dieses Kriterium wohl Geschmacksache.

Das größte Problem, sicher auch eine Frage des Geschmacks, ist die Inkonsistenz der Kompositionen. Es gibt Songs die SIX FEET UNDER schreiben würde, die Floridaner aber auf höherem Niveau. Genauso gibt es aber auch Rocksongs, die klingen, wie AC/DC auf Gore. Mit "Cult Of Gore" haben die Schwaben dann ein astreines Black Metal Lied aufgenommen, gefolgt von einem extrem ruhigen, mit Keyboard Teppichen unterlegtem "Decadent Depravity Of The Dead". Beide Songs passen nicht nur nicht zueinander sondern in keinster Weise in den Kontext. Als Bonus gibt es übrigens am Schluss noch eine "pussy-version" eines älteren Songs der Band. Witzig anzuhören, aber auch nicht mehr.

Ob man es nun als Abwechslungsreichtum bezeichnet oder behauptet, dass DEBAUCHERY sich einfach nicht für einen Stil entscheiden können und ihre Vorlieben nicht zusammen bringen können, das liegt im Ermessen des Hörers.
"Torture pit" klingt wie ein SIX FEET UNDER Coveralbum, in dem verschiedene Stilrichtungen verarbeitet werden. Leider streckenweise mit nur mittelmäßiger Qualität. Freunde des simplen Death Metals brauchen sich daran nicht zu stören, das Album wird ihnen bestimmt gefallen. Banger die sich schnell langweilen sollten vor dem Kauf erst reinhören. (Bernie)

Bewertung: 7,0 / 10

Anzahl der Songs: 15
Spielzeit: 53:33 min
Label: Black Attakk/Soulfood
Veröffentlichungstermin: 25.11.2005
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