Eternity Magazin
Man könnte meinen, DETONATION kämen aus Schweden. Ein Trugschluss, die Mannen kommen nämlich aus dem schönen Holland, orientieren sich musikalisch aber sehr stark in Richtung Skandinavien, vor allem fühlt man sich nicht selten an die „alten“ und auch teilweise wieder "neuen" DARK TRANQUILLITY erinnert. Die Stilrichtung wäre somit schon mal kurz und bündig festgelegt. Mit "Into Sulphur I Descend" starten die Holländer auch mit einem ordentlichen Paukenschlag. Das Highlight des Albums direkt zu Beginn. Knackiger Speed, melodisches Riffing geiler Refrain und ein entspannter Mittelteil, bevor es wieder rund geht. Anspieltipp Nummer 1!
Darauf folgend schlägt der Titelsong "Portals To Uphobia" in genau die gleiche Kerbe. Eingeleitet mit einem schönen eingängigen Riff gibt es diesmal einen schönem Thrash - Einschlag und ganz genau der Aggression, die man bei so vielen Schweden Bands oft schmerzlich vermisst. Anspieltipp Nummer 2!
Das teils leicht Black metallisch anmutende "Structural Deceit" wird durch das wunderschöne Lead gehörig gepuscht, welches eine tolle Hookline bringt. Der ruhige Schlusspart zieht sich allerdings etwas, der Song hätte schon früher enden können. Trotzdem: Anspieltipp Nummer3!

Nach den ersten drei Songs, allesamt Anspieltipps, könnte man fast in frühen Jubel ausbrechen. Doch leider wäre dieser Jubel voreilig, denn die folgenden Songs können den gesetzten Standard leider nicht mehr ganz halten.
"Chaos Banished" schwimmt völlig langweilig dahin als einziger langsamer Song der Platte. Melodiös, aber leider völlig ohne Highlight.
"End Of Sight, End Of Fears" rauscht nach langsamem Anfang mit ordentlicher Geschwindigkeit, aber auch ohne Eingängigkeit am Hörer vorbei, ähnlich wie das folgende Instrumental "Lost Euphoria Part III". Die Musiker verstehen ihr Handwerk und spielen auf hohem Niveau gute Musik, aber der Funke will einfach nicht mehr überspringen wie noch bei Track 1 bis 3.
"The Loss Of Emotional Control" kommt mit seinem Lead noch am nahesten an diese Killersongs ran, ansonsten hängen die weiteren Songs eher im Mittelmass fest. Die Leadgitarre dominiert oft über den Gesang, der es leider nur selten schafft, kreative Akzente zu setzen.

Genau das ist das Hauptproblem von DETONATION. Sehr gute Ansätze, aber nur mittelmäßig umgesetzt. Kein Song ist wirklich schlecht und das Hören von "Portals To Uphobia" macht auf jeden Fall Spaß. Die Holländer verschießen aber schon zu Beginn ihr Pulver und haben sich somit selbst einen Standard gesetzt, den sie nicht halten können.
Es wäre DETONATION zu wünschen, dass sie ihre Stärken (Geschwindigkeit, melodische Riffs und Aggression) weiter ausbauen und das Mittelmaß (zu häufige Leads, zu lange Mittelparts, die oft den Saft rausnehmen wie z.B. bei "The Loss Of Emotional Control") verbannen.
Was zudem noch fehlt sind die richtigen heavy Parts, der ein oder andere Stampfer oder rhythmische Banger. Dafür könnte man ruhig eine oder zwei schnelle, mittelmäßige Songs "opfern".

DETONATION bieten guten melodischen Death Metal im Fahrwasser früher DARK TRANQUILLITY. Interessant und nett anzuhören, aber nichts wofür man viel Geld ausgeben müsste.
Im Nice Price wäre "Portals To Uphobia" aber durchaus eine Kaufempfehlung. (Bernie)

Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 43:57 min
Label: Osmose Productions
Veröffentlichungstermin: 12.09.2005
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