Was kann man über THYRFING sagen? Der Name dürfte bekannt sein, vor allem unter den Folk – Black – Pagan – Viking und was auch immer Liebhabern, die auch Konsorten wie FINNTROLL oder ENSIFERUM verehren. In diesem Genre sind die Schweden eine DER Bands schlechthin und genießen teilweise sogar bereits Kultstatus. Und auch mit ihrem nunmehr fünften Album „Farsotstider“ geben sie dem Fan genau das, nachdem er verlangt. THYRFING grenzen sich allerdings recht deutlich von ihren finnischen Brüdern im Geiste ab, indem sie komplett auf die fröhlichen folkloristischen Tanzmelodien verzichten und sich auf amtlichen Groove und vor allem Atmosphäre konzentrieren.

Bei dem sehr rumpeligen Anfang fragt man sich allerdings schon, was denn nun in die Schweden gefahren ist. Eine Besinnung auf black metallische Sound Vorstellungen oder nur eine sehr schlechte Hand beim Mixen?
Nach einer halben Minute fährt „Far at helvete“ aber mit einem astreinen, klaren und vor allem fetten Sound fort. Das Album wurde in den Cosmos Studios von Henrik Edenhed produziert und markiert übrigens das erste THYRFING Album komplett in ihrer Heimatsprache Schwedisch. Der Titel „Farsotstider“ heißt soviel wie „Zeit der Plagen“ („Times of plague“). Die Wahl der Sprache macht unmissverständlich die Verbundenheit zur nationalen Geschichte und Mythologie klar, worüber das Album auch vermutlich handelt 

Die Songs selbst sind alle recht einfach gestrickt und bewegen sich im mittleren Tempobereich. Dafür steigt der Groove Faktor von Song zu Song. Tracks wie „Jag spar fördärv“ oder „Höst“ lassen die Matte rhythmisch kreisen, vor dem inneren Auge kann man sich gut die bangende Meute vor der Bühne vorstellen. Chöre und Akustikpassagen lassen eine gewisse Romantik für die die alte Zeit aufkommen.

Wenn man die Songs mit der Lupe und rein musikalischem Gehör betrachten würde, müsste man schon feststellen, dass hier keine besonderen Hits zu hören sind. Teilweise ziehen sich die Arrangements auch etwas in die Länge und besondere musikalische Akzente können auch nicht gesetzt werden.
Aber THYRFING sind auch keine Hitproduzenten. Die Priorität liegt in der Umsetzung einer Idee, einer Geschichte, und das mit einer ordentlichen Portion Leidenschaft, an der sich viele Bands eine Scheibe abschneiden könnten.
Sänger Thomas Väänänen hört man diese Leidenschaft für seine Musik besonders an, er klingt schon vom ersten Ton an wie ein angefressener Wald Dämon, der seinen Widersachern mit Flüchen und Verwünschungen aus uralter Vorzeit das Leben zur Hölle macht.

THYRFING erfinden diese Musik nicht neu, aber das ist hier auch überhaupt nicht von Interesse. Die Schweden schaffen eine einmalige Atmosphäre mit ihren Songs und die besagte Leidenschaft für das was sie tun, hört man in jeder Minute und in jedem Takt heraus. Man fühlt sich manchmal in die alte Zeit der Wikinger zurück versetzt, wo sich nachts Männer in Tierfellen am im Mondschein lodernden Lagerfeuer wärmen und man mit ordentlich Bier und Met ums Feuer tanzt.

Wenn man diese Art von Musik nicht nachempfinden kann, dann kann sich „Farsotstider“ doch ein wenig ziehen und es wird auch einige Durchläufe brauchen. Aber trotzdem sollte man ein Ohr auf diese CD werfen, die Atmosphäre einfangen, seine Gedanken schwelgen lassen und in eine andere Zeit und einen anderen Ort reisen.
Einfach mal Antesten! (Bernie)

Bewertung: 8,0 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 48:21 min
Label: Regain Records
Veröffentlichungstermin: 21.11.2005
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