Eternity Magazin

recklesslove_recklesslove.jpgDas Cover lässt Furchtbares erahnen... Auf der anderen Seite gab es bei MÖTLEY CRÜE auch bunt geschminkte, dürre Kerle in Frauenklamotten zu sehen und man war danach umso überraschter, wie geil die Musik war! Also nicht so voreilig, wer weiß, was sich auf dem Silberling so verbirgt!

Der Vergleich mit MOTLEY CRUE passt wie die Faust aufs Auge, Der Opener „Feel The Heat“ beginnt mit Polizei-Sirenen und einem feschen „Wouuuuu“ des Sängers. Soweit so gut, der Track funktioniert mit seinem schlichten, eingängigen Refrain und Rhythmus durchaus als Hit. Guter Anfang.

Was RECKLESS LOVE allerdings im Gegensatz zu MOTLEY CRUE völlig abgeht, ist das Fiese, die „Fuck Off“ - Attitüde, die die Band in den 80ern zu einem Millionenseller gemacht hat. Die Finnen versuchen zwar ihr Bestes, so tough und assi zu wirken wie Nikki Sixx und seine Kampftruppe, würden aber wohl schreiend und weinend reiß aus nehmen, wenn sie mit den täglichen Exzessen der Kultband konfrontiert werden würde (selbstverständlich sind auch diese wilden Jungs heute auf den Teppich zurück gekommen, bevor sie sich gänzlich zu Grunde richten konnten. Allerdings zählt hier natürlich ausnahmslos der Vergleich mit den Großtaten der 80er Jahre).
Gleich mit dem rockigen „One More Time“ wird deutlich, dass man es hier allenfalls mit einer Light-Variante von CRUE zu tun hat, also eher in Richtung POISON tendiert.

Eins ist kristallklar: wer mit Glam Rock nichts anfangen kann, der kann das Lesen direkt beenden, wenn nicht bereits geschehen. Denn in der Hinsicht hält der Look der Finnen alles, was er verspricht: Sleazy, manchmal cheesy Glam Rock, wie er in den 80ern Millionen von Frauen in den Wahnsinn getrieben hat (und zwar nicht, weil die Jungs den Mädels das Schminkzeug im Supermarkt vor der Nase wegschnappten...).
Schlecht ist die Mucke nicht, die hier aus den Boxen rieselt, aber dass sie eben nur rieselt, ist hier genau der Knackpunkt! Glamrock ohne diese „Fuck Off“ Attitüde wird schnell zum Weichspüler-Transenrock. Besonders viel Eier findet man bei RECKLESS LOVE tatsächlich nicht, aber das hat bei POISON damals auch funktioniert, also warum nicht. RECKLESS LOVE haben sicherlich ihre Nische und ihre Fans. Songs wie die erwähnten, „Love Machine“ oder besonders „Beautiful Bomb“ triefen zwar dermaßen vor Kitch und Make Up, dass einem schwindelig werden kann, aber im Endeffekt stimmt die Qualität der Musik einfach! Und daran gibt es nicht zu rütteln.

Wer sich also gerne mal ein bisschen Farbe ins Gesicht pfeffert und bei alten POISON-Schmonzen durch die Bude hüpft, der wird bei RECKLESS LOVE seine Freude haben, die Finnen sind in ihrem cheesigen Bereich richtig gut! (Bernie)


Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 40:46
Label: Universal
Veröffentlichungstermin: 02.07.2010

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