Eternity Magazin

master_thehumanmachine.jpgDafür, dass MASTER zu den Mitbegründer des US-Death Metals gehören, konnten sie im Vergleich zu Weggefährten wie DEATH oder MORBID ANGEL nur wenig daraus machen. MASTER ist immer die kultige, etwas schrullige Old Scool Death Metal Truppe geblieben und andere haben den Weg hin zur Legende geschafft. Woran liegt's? Business-Mist? Oder einfach nur die sture Kompromisslosigkeit eines Paul Speckmann, der Album um Album stoisch seinen brutalen, simplen Stil durchzieht, ohne mit der Wimper zu zucken. Man weiß es nicht. Eines allerdings weiß man sicher: nämlich was man bekommt, wenn man eine MASTER-Scheibe einlegt...

...nämlich pure fucking Old School Death Metal! „The Human Machine“ macht da selbstverständlich keine Ausnahme! Speckmann und seine zwei tschechischen Mitstreiter (der Meister wanderte im Jahre 1999 nach Tschechien aus, um sich durch die niedrigen Lebenshaltungskosten ein Leben als Musiker leisten zu können), liefern die erwartete Kost. In Roher, ruppiger und direkter Sound-Verpackung wird simpler Death Metal der alten Schule gebrettert, der sich meist durch ein durchgetretenes rostiges Gaspedal auszeichnet. Wobei man zugeben muss, dass „The Human Machine“ im Gegensatz zum Vorgänger „Slaves To Society“ überraschend abwechslungsreich daher kommt. Wirklich langsame Songs kann es im MASTER-Universum nicht geben, der immer wieder aufkeimende Todes-Groove, der die Songs angenehm auflockert wirkt daher wie eine kleine aber angenehme Überraschung.

Man muss Mr. Speckmann einfach zugestehen, dass er es trotz alle Simplizität, Rohheit und sturen Kompromisslosigkeit immer wieder schafft, Alben zu veröffentlichen, die den Death Metaller mitreißen. Die Band hat nicht einen einzigen Hit im eigentlichen Sinne, es wurden nie besonders viele Scheiben verkauft und die meisten Metaller haben die Band auch eher in ihrer Obskuritäten-Schublade abgespeichert als direkt vorne am Frontallappen.
Klar ist, dass ein MASTER-Album die Musikwelt nicht verändern wird und auch keine besonders große Wirkung hinterlassen wird. Es ist ein weiteres Album einer Kultband, die Touren durch kleine Clubs macht und ihren Status wahrscheinlich nie übersteigen werde.

Aber sind es nicht gerade diese Alben, die man immer wieder gerne in den Player hievt, wenn man die Schnauze voll hat von den Großen des Genres, von „God of emptiness“ oder „Lack of comprehension“, die man sich über Jahre bis zum Erbrechen immer wieder ins Ohr gepfiffen hat? Mal ganz ehrlich: sind es dann nicht genau die Bands wie MASTER, die, gerade weil nicht viel von ihrer Musik so richtig hängen bleibt, immer wieder für frischen Wind in den Ohren sorgen?
„The Human Machine“ ist ein richtig gutes, frisches Album, vollgepackt mit rotzigem Old School Death Metal, der einem die Rübe abmontiert. Wenn auch nicht so viel hängen bleibt... was soll's? Wenn ihr das nächste Mal nicht wisst, welche Scheibe eurer Alltime-Faves ihr auflegen sollt, weil ihr alles schon seit Jahren in und auswendig kennt, legt eine Scheibe von MASTER auf, am besten „The Human Machine“. Ihr werdet euch an diese Worte hier erinnern und überrascht sein, wie gut es euch abgeht! MASTER macht Spaß! Unterschätzt nicht die Kultbands am Rand, es gibt Gründe, warum sie zum Kult geworden sind ;-) (Bernie)


Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 45:58 min
Label: Pulverised Records
Veröffentlichungstermin: 2010

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