Eternity Magazin

blackriver_blacknroll.jpgWenn sich ehemalige und aktuelle Mitglieder von Polen's finest Death Metal Klopper VADER und BEHEMOTH zu einer neuen Gruppe vereinen, dann weiß man, was man zu erwarten hat!!
...nur um im nächsten Moment mit runzelnder Stirn zu erkennen, wie sehr man sich geirrt hat. BLACK RIVER ist die Band, „Black'n'Roll“ die CD und unerwartet ist die Musik!

Niemand geringeres als Orion, Basser bei BEHEMOTH und Chef von VESANIA hat sich mit Daray, ehemals VADER, nun DIMMU BORGIR und drei weiteren, im Metal gänzlich unbekannten Persönlichkeiten zusammen getan, um die Sau raus zu lassen. Und zwar die fiese Rocksau! Wenn man den Zwang zur konzentrierten Präzision der Death und Black Metal Geschosse ihrer Hauptbands bedenkt, dann muss man sich im Laufe dieses Albums schon ein oder zwei Mal fragen, ob die Herren nicht vielleicht ein wenig schizophren sein könnten. BLACK RIVER liefert nämlich völlig simplen, FUCK OFF-Rock'n'Roll zum Partymachen!

Man stelle sich den Hünen Orion vor, wie er der Menge mit einer Pulle Whiskey in der Hand und der Kippe zwischen den Lippen zuprostet und sie zum Abfeiern animiert... unvorstellbar. Aber nichtdestotrotz wahr!
Wenn man es mal eingehend betrachtet, kann man zum Schluss kommen, dass auch die fiesen satanischen Death Metaller (in Polen KEIN Widerspruch), vor denen man in voller Montur und Corspepaint Backstage durchaus das Frösteln bekommen kann, auch nur stinknormale Menschen sind, die eine gute Zeit haben wollen! Dass man dann eher für die Lust an der Freude zu einem völlig simplen, zum Haupt-Arbeitgeber radikal unterschiedlichen Sound gezogen wird, ist durchaus verständlich!

Mit Heavy Metal hat „Black'n'Roll“ nicht viel zu tun, so ehrlich muss man sein. Und unter Black'n'Roll stellt man sich doch auch eigentlich ganz andere Kapellen vor, die man im skandinavischen Bereich finden kann. Von Black Metal ist hier auch weit und breit nichts zu hören, man sollte sich also von dem schnittigen Titel nicht in die Irre führen lassen.
Der Opener „Barf Bag“ ist in seiner Rolle völlig verloren, weiß nämlich garnicht zu überzeugen. Schlechter hätte man einen Opener für ein Rock and Roll Album nun wirklich nicht wählen können. Das auf Nummer 2 platzierte „Isabel“ macht jeglichen verlorenen Boden aber innerhalb von Sekunden wieder gut und rockt die Scheiße fett! Leck mich am Arsch, das zerrt einem die Sackhaare nach hinten! Man darf hier allerdings um Himmels Willen keinen Aussie-AIRBOURNE-Rock erwarten, BLACK RIVER haben sich eher einer hart rockenden Variante von DANZIG verschrieben. Fette Gitarren, oft mittleres Tempo, das ab und zu auch mal an MONSTER MAGNET oder THE CULT erinnert (so steht es in der Info geschrieben, so soll es sein!)

Den extrem hohen Energie-, und Mitreiß-Faktor von „Isabel“ kann die ganze CD leider nicht halten, was wohl hauptsächlich an der Schwere der Grooves liegt, die vor allem bei einem Song wie „Lucky In Hell“ durchkommt. Anstatt glasklarer Spiritus, der hoch entzündlich und schnell fließt, haben wir es hier mit zähem, heißem, alles verschlingendem Teer zu tun. Nicht weniger gefährlich, aber auf ganz andere Art und Weise tödlich! In dieser Hinsicht ist es auch durchaus angebracht von DOWN als Referenz zu sprechen.
Allerdings wissen BLACK RIVER auch, wie sie die Zuhörer bei Stange halten und bollern hier und da immer mal wieder ein paar flotte Rocknummern im Stile von „Isabel“ aus den Boxen. Der Albumhit und Titelgeber „Black'n'Roll“ ist einer dieser Sorte! Hier wird’s im Pit abgehen wie's Schwein, das kann ich versprechen! Simpler aber durchschlagender Rock'n'Roll mit immenser FUCK OFF – Attitüde, das macht Spaß!

Wer sich von bisher erwähnten Bands angesprochen fühlt, der ist bei BLACK RIVER auf jeden Fall gut aufgehoben! Interessant zu sehen und hören, was polnische Death Metal Stars so in ihrer „Freizeit“ machen. Die Qualität stimmt auf jeden Fall, auch wenn die Spitzenklasse von „Isabel“ oder „Black'n'Roll“ nicht auf lange Strecke gehalten werden kann. Aber das macht nichts, der Rest ist gut genug, um den ein oder anderen in Bann zu ziehen und vor allem stimmt einfach das Feeling der Unbekümmertheit und die bewusste Abwendung von der Präzision und Perfektion der Hauptbands! Testet diese Platte auf jeden Fall aus, sie ist zu gut, um unter zugehen!! Rock'n'Roll, Baby! (Bernie)


Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 41:26
Label: Mystic Production
Veröffentlichungstermin: 18.01.2010

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