3inchesofblood_herewaitsthydoom.jpg3 INCHES OF BLOOD sind ein Phänomen. Die Amis kamen an die Metal-Öffentlichkeit in einer mächtigen Metalcore – Welle, obwohl sie so ganz und gar nichts mit diesem Trend gemein haben. Von Anfang an verbarg sich hinter dem zugegebenermaßen coolen Namen eine True Metal Band, die sich nicht scheute, auch mal etwas moderner und damit flotter und knackiger zu Werke zu gehen. Diese Vorliebe für den wahren Metall kam von Album zu Album immer aggressiver zum Vorschein und findet mit „Here waits thy doom“ seinen bisherigen Höhepunkt. 

Im Gegensatz zum Coverartwork gibt es musikalisch keinerlei negative Tendenzen zu sichten (hat man noch für „Advance and vanquish“ den Allmeister Ed Repka zu Rate gezogen und zu „Fire up the blades“ schön true metallisch mit verrosteten Waffen aufgewartet, verliert das aktuelle Artwork in jeder Hinsicht. Das Cover zeigt eine unscharfe Fotografie, die aus einem „Herr der Ringe“ Film stammen könnte. Klischee pur und äußerst schlecht gemacht.)

„Here waits thy doom“ rockt wie Hölle und strotzt nur so von true metallischem Selbstbewusstsein. „Battles and brotherhood“ ist nicht der beste Song der Band, eröffnet aber zünftig das Album und leitet gleich zu einem der Highlights über, nämlich „Rock in hell“. Der Name ist Programm und sollte den Titel zu einer Livebombe avancieren lassen.
Bereits beim ersten Hörgenuss fallen zwei Dinge auf. Erstens ist der Sound um einiges old schooliger geworden. Wo die zwei Alben zuvor noch mit einem zwar drückenden aber auch recht cleanen Sound auffuhren, warten 3 INCHES OF BLOOD auf ihrem neuen Werk mit einem deutlich rohere, direkteren und erdigeren Sound auf. Die neue Ausrichtung kommt ihrer truen Ausrichtung äußerst zu Gute. Gerade bei dem Album-Highlight Nummer eins, nämlich „Call of the hammer“, das jedem Thrasher die Schuhe ausziehen wird, bemerkt man den Unterschied. Sehr geil!

Zum Zweiten ist Mitsänger Jamie Hooper nun endgültig wegen massiven Stimmproblemen aus der Band ausgestiegen. Somit ist auf „Here waits thy doom“, neben ein paar additional vocals von Gitarrist Justin, Cam Pipes alleiniger Schreihals der Band. Und genau da liegt der Hund begraben! Es werden nicht wenige von Pipes Gesang abgeschreckt, da bin ich mir sicher. Das sehr hohe, an UDO angelegte Organ kann in der Länge des Albums irgendwann zu Kopfschmerzen führen. Um die durchweg großartige Musik der Jungs wäre es sehr schade, denn daran gibt es überhaupt nichts zu meckern. Vielleicht sollte sich die Band überlegen, wieder einen zweiten Sänger einzustellen oder Pipes ein wenig mehr tonale Abwechslung heraus kitzeln. Es wäre eine Schande, wenn potentielle Jünger von der anstrengenden Stimme vergrault werden würden.

Songs wie „Preacher's daughter“ offenbaren ihre Livetauglichkeit nach dem ersten Hören, man kann sich die Menge quasi vor dem inneren Auge vorstellen, wie sie mitgröhlt. Wer auf guten, flotten, arschtretenden True Heavy Metal ohne zu viel Pathos und Kitsch steht, der sollte 3 INCHES OF BLOOD dringend antesten! Hier gibt’s Melodien, Grooves und immer mal wieder ganz mächtig eins auf die Kauleiste, alles ,was der gemeine Metaller so begehrt. Das miese Cover und Pipes anstrengender Gesang sorgt für Abzug in der B-Note, wenn daran aber gearbeitet wird, dann knallt der nächste Bolzen alles weg! Bang your fucking head!! (Bernie)


Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 51:29 min
Label: Century Media Records
Veröffentlichungstermin: 28.08.2009

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