| Defiance - The Prophecy |
DEFIANCE gehören zu den Bands, die es auch in der „ersten Welle“ des amerikanischen Thrash Metals, aus der Legenden wie FORBIDDEN und TESTAMENT empor stiegen, nicht über einen Geheimtipp-Status hinaus geschafft haben. Genauso gehören sie zu denjenigen Gruppen, die einen zweiten Versuch in der momentanen Welle starten, um vielleicht nochmal die Karten neu zu mischen. Dieser Versuch heißt „The prophecy“.
Gerade im Zuge der FORBIDDEN-Reunion (die Bands teilen sich mit Mark Hernandez den Drummer) ist bei DEFIANCE anscheinend wieder das Feuer entfacht worden und das Produkt der Wiederzusammenkunft wurde von Ursänger und SKINLAB Röhre Steev Esquivel eingesungen. Also auch hier heißt es, wie schon so oft zuvor: Rad der Zeit zurück drehen und schauen, ob man sich ein Stück vom frisch gebackenen Thrash-Streusel abbeißen kann. Meiner Meinung nach wird das für DEFIANCE gar nicht so einfach! Sie haben den Namen, sie haben den Kult und sie haben die Songs. Was sie aber nicht haben, ist die unbändige Energie, die Bands wie VIOLATOR, WARBRINGER oder GAMA BOMB auszeichnen, einige der bisher größten Profiteure des Thrash Booms, wenn man ihn denn so nennen mag. „The prophecy“ hat ein paar wirklich gute Songs im Gepäck, gerade der melodisch-eingängige Titeltrack weiß durchaus zu begeistern. Ob die komplette CD allerdings zum Beispiel mit dem letzten Output von TESTAMENT oder dem bald erscheinenden und lang ersehnten FORBIDDEN-Comeback mithalten kann, ist sehr fraglich. Warum gerade diese zwei Bands? Nun, wenn man DEFIANCE beschreiben müsste, dann fallen als erstes diese beiden Legenden ein. In Punkto melodischem Gesang tendiert man in Richtung Chuck Billy, wobei die Komplexität und der Hang zu progressiven Strukturen durchaus an FORBIDDEN erinnert. Fazit: wer DEFIANCE früher mochte, der wird sie auch heute mögen! „The prophecy“ hätte auch gut und gerne Anfang der 90er erscheinen können. Wer eher auf den straighteren Fuck Off/Hau Drauf-Thrash steht, der wird sich hier ein wenig langweilen. Da aber DEFIANCE irgendwie zur Thrash-Allgemeinbildung gehören, sollte man hier schon mal ein Öhrchen riskieren. (Bernie)
Anzahl der Songs: 11 |