| Whiplash - Unborn Again |
WHIPLASH sind wahre Thrashgötter! Mit den 1985 und 1987 veröffentlichten „Power and pain“ und „Ticket to mayhem“ schrieben die drei Tonys Heavy Metal Geschichte und beeinflussen bis heute Bands des flotten Genres (siehe z.B. MANTIC RITUAL). Auch wenn es danach bis zur Comeback – Scheibe 1998 namens „Thrashback“ musikalisch eher lau zu ging, hat der Name WHIPLASH niemals auch nur einen Kratzer abbekommen. Der einzig verblieben Tony (Portaro), will's nun nochmal wissen. Nach der Göttergabe „Thrashback“ sind 11 Jahre vergangen und „Unborn again“ soll die Peitsche nochmal tief ins Fleisch schneiden!
Was dabei heraus gekommen ist, gestaltet sich wie folgt: „Unborn again“ ist ein ambitioniertes, leidenschaftliches Album geworden, aber sicherlich KEIN reines WHIPLASH – Album! Ich bin ganz ehrlich, ich kann mich nicht so recht entscheiden. Ich liebe WHIPLASH, bin schon locker 15 Jahre von ihrer gesamten Diskographie begeistert und habe „Thrashback“ mit schnell härtendem Zement für immer und ewig in meiner Alltime Top Five Liste eingemauert! Deshalb habe ich auch ein weiteres Album in der Qualität und in dem Stil erwartet. Somit macht sich bei mir als allererstes die Enttäuschung breit! Die 11 Jahre und die völlige Umbesetzung der Band mit Niemand Geringerem als Ex- KREATOR Trommler Joe Cangelosi (der bereits „Ticket to mayhem“ einprügelte) haben starke Spuren hinterlassen, die besonders bei „Snuff“, „Firewater“, „Hook in mouth“ und „I've got the fire“ zu hören sind. Wo „Snuff“ schlichtweg chaotisch unkoordiniert scheint, kommt bei „Firewater“ eine strange Doom – Schlagseite zum Vorschein. Bei „Hook in mouth“ klaut man dreist von „Sabbath bloody sabbath“ und begeistert nicht gerade mit dem viel zu hohen Gesang Portaros. „I've got the fire“ ist ein flotter Rocker, der jedem Kenner bekannt vorkommen sollte (bekannt geworden schon in der Interpretation von IRON MAIDEN, der Song ist ursprünglich von der Band MONTROSE). Es ändert aber nun mal nichts daran, dass gerade mal „Float face down“, „Fight or flight“, „Pitbulls in the playground“ und „Feeding frenzy“ richtige WHIPLASH Songs sind! (Mit Abstrichen kann man den Opener „Swallow the slaughter“ auch noch hinzu zählen). Die Bewertung macht das nur dummerweise kein bisschen einfacher, denn gerade diese Songs knallen zum Großteil ganz bös ins Mett und sollten auch ganz alte Fans der Band begeistern. Warum Portaro so unsäglich hoch singt, dass es oft in den Ohren schmerzt, warum die Produktion von Harris Johns so unglaublich roh und oft unausgereift klingt, warum die nicht mehr so jungen Jungs kein Voll-WHIPLASH Album gemacht haben, sondern sich immer wieder in rockig – doomigen Gefilden verlieren, keine Ahnung. Was weiß ich warum. Ob es besser gewesen wäre, daraus zwei Bands zu machen oder den Kultnamen WHIPLASH garnicht mehr zu verwenden, keine Ahnung! Ich weiß mir hier echt nicht weiter.
Anzahl der Songs: 10 |