savagemessiah_insurrectionrising.jpgSAVAGE MESSIAH sind in England die neuen Helden. Seit ihrem Debüt „Spitting Venom“ werden die Thrasher hoch gehandelt und veröffentlichen ihren Zweitling nun über Candlelight Records. „Insurrection rising“ soll die Pforten nach Europa und der ganzen restlichen Welt öffnen und die Band auch international auf den Stand bringen, den sie in England laut Info bereits inne hat.

 

Wenn man den Opener / Titelsong so betrachtet, könnte dieses Unterfangen durchaus von Erfolg gekrönt sein. Der Song hätte locker auch auf einem Album namens „The formation of damnation“ stehen können und zeigt zu Beginn kompromisslos, wo der Engländer die Locken hat. Hier wird schön geprügelt, das fängt sehr gut an hier, Bay Area Thrash Metal erster Wahl.
Gleich Song Nummer Zwei fällt gegen den Opener aber schon dermaßen ab, dass die Euphorie gleich wieder dahin ist. Schade. „Corruption X“ ist kein Füller, kommt aber an die vorher angepeilte Qualität trotz stampfendem Rhythmus nicht ran. Egal, was kommt als nächstes?

„In absence of liberty“ mag zwar ein ausgeklügelter, komplexer Song sein, fällt aber bis auf sein geil groovendes Hauptriff komplett durchs Qualitätsraster. Der Gesang und die Vocal-line von Dave Silver erinnert hier lustigerweise stark an Ex - ROUGH SILK Röhre Thomas Ludolphy mit all seinem Kitch, wenn der Ton in Silvers Stimme sonst äußerst interessant klingt.
Auch im Folgenden schlägt die Nadel kein einziges Mal mehr so weit aus wie beim Titelsong. Und nein, nicht weil es der schnellste Song des Albums ist. Die Arrangements packen einfach genauso wenig wie die Melodien und das Mittelmaß wird nicht überschritten. Natürlich sind immer wieder fett groovende Passagen zu finden, die dem Zuhörer ohne Weiteres die Rübe abmontieren können. Wenn der ultra fette Sound von Altmeister Chris Tsangarides (PRIEST's „Painkiller“, ANVIL und mehr) aber nicht wäre, würden die Riffs vielleicht auch nicht ganz so böse drücken.

Ein weiteres „Merkmal“ von SAVAGE MESSIAH, ob man das nun positiv oder negativ auslegen möge, ist die stilistische Nähe zu ARCH ENEMY und TESTAMENT, die so frappierend ist, dass man bei der Hälfte der Riffs glauben könnte, sie seien ein Amott-Export. Die Engländer machen hier einen guten Job, leisten handwerklich sehr gute Arbeit und haben auch einige richtig gute Ideen. Wie man aber in ihrer Heimat so schön sagt: „at the end of the day, there's not much left“. Es mag sich gerade vor dem Hintergrund der vielen sehr guten Reviews über das Album ein wenig hart anhören, aber für mich bleibt hier so gut wie nichts hängen. Würde man sich auf seine Stärken verlassen und öfter mal das Gaspedal durchdrücken, könnte man hier eine ganze Schippe drauflegen.

Aufgrund der immer wieder auftauchenden guten Ideen hoffe ich auf „Make it or break it“ - Album Nummer 3 und mehr Songs der Marke „Insurrection rising“ und „Enemy image (Dehumanization)“und somit eine Konzentration auf die Stärken der Band! Sobald sich die Jungs in zu viel Musikalität verlieren, verliere ich die Lust am Hören. Um mit den Großen spielen zu können, brauch es noch eine ganze Ecke mehr von allem! TESTAMENT und ARCH ENEMY – Freunde können die Platte gerne antesten, Mittelmaß ist schließlich nicht grottenschlecht. (Bernie)


Bewertung: 6,5 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 43:20 min
Label: Candlelight Records
Veröffentlichungstermin: 07.09.2009

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