divine_heresy_bringer.jpgDIVINE HERESY sind auf viele Arten ein zweischneidiges Schwert. Zum ersten scheint man Dino Cazares überhaupt nichts mehr glauben zu wollen, nachdem bekannt wurde, dass er mit seinem ehemaligen Erzfeind Burton C. Bell FEAR FACTORY wieder beleben wird, so ganz ohne die zwei Ehemailgen Wolbers und Herrera, die mit Bell in der Zwischenzeit die Band aufrecht erhielten... Zum zweiten ist DIVINE HERESY ein perfektes Beispiel für den digitalen Produktionswahn, der sich in einem perfektem Sound badet und dabei alles glatt bügelt, was Metal ausmacht.

Auf der anderen Seite sind hier verdammt gute Musiker am Start, die ein ganz ordentlich fieses Brett zwischen die Kauleiste zimmern. Und wenn man mal von der Reunion absieht, ist diese Band immer noch ein perfektes Vorspeisensüppchen für alle FEAR FACTORY Fans, die schon lange nichts mehr gutes von ihren Faves gehört haben. Lustigerweise hat sich jetzt mit ARKAEA, die neue Truppe von den „Zurückgebliebenen“ Christian Olde Wolbers und Raymond Herrera eine weitere Band aufgetan, die das FF-Vermächtnis weiterführen möchte und auf weiter Strecke DIVINE HERESY sehr ähnelt. Die Roots können halt beide nicht verleugnen.

So, einen Gang zurück, Plagues“. Die Jungs um den kleinen dicken Pornoliebhaber führen exakt das weiter, was sie mit ihrem Debüt begonnen haben. Vom Hass- und Brutalofaktor hat man hier Tonnen auf FEAR FACTORY draufgelegt und killt sich nur so durch die Platte, lockert aber in Richtung Refrain immer wieder das Gebollere auf und trumpft mit klarem, guten Gesang auf. Neusänger Travis Neal macht einen sehr guten Job und gibt keinen Grund, seinen Vorgänger zu vermissen.

Wer auf moderne Härte steht, die man heute vielleicht allgemein moderner Death Metal nennen würde, obwohl es offiziell als Metalcore bezeichnet wird, sollte hier selbst mit verbundenen Augen zugreifen. Alle FEAR FACTORY Fans sind hier eh verdammt gut bedient, denn sowohl mit den abgehackten Staccatto-Rhythmen als auch mit dem brutalen Groove und dem Wechselgesang sind hier alle Trademarks vertreten!
Traditionelle Metaller, die schon bei FF ihre Probleme hatten, können auch DIVINE HERESY vergessen. Einen gewissen Hang zu modern klingendem Metal muss man hier schon haben. Der Sound ist einfach zu perfekt. Ok, bei dieser Art von Musik würde alles andere völlig bekloppt und unpassend klingen, touché. Eine solch übertriggerte Bassdrum (wenn der Snaresound auch wirklich gelungen ist) kann nicht jedem gefallen. Prinzipiell hört man hier aber nichts anderes als bei der so-to-say Vorgängerband.

Als Fazit bleibt eigentlich nur noch eine Zusammenfassung des bisher Geschriebenen. FEAR FACTORY Fans müssen sich DIVINE HERESY auch reinziehen, da geht kein Weg dran vorbei, dafür sind die Bands zurecht viel zu ähnlich! Moderne Metaljünger können auf dieser Wiese auch vorzüglich grasen und bekommen dabei noch voll eins auf die Fresse. Wer hier nichts Schmackhaftes zum Kauen findet, sind die Jungs und Mädels, die auf traditionellen Metal stehen und die mit dem glattgebügelten neuen Extreme Metal nix anfangen können. Der Killfaktor von „Bringer Pf Plagues“ ist aufgrund der Härte des Albums extrem hoch, deshalb gibt’s auch nen dicken Daumen nach oben! (Bernie)


Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 42:01 min
Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin: 24.07.2009

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