jobforacowboy_ruination.jpgWie schon im Review zu ihrem Debütalbum beschrieben (hier zu finden), sind JOB FOR A COWBOY wohl DIE Protagonisten des „Web 2.0 – Metals“. Ein selbst zusammengeschnittenes Video von „Spongebob Schwammkopf“, mit ihrer Musik hinterlegt und mehrere Millionen Klicks auf ihrer Myspace Seite haben die Amis dahin gebracht, wo sie jetzt sind. Aber genau wie das „Web 2.0“ selbst, müssen sich auch seine Wellenreiter umso stärker behaupten und ihren Stand rechtfertigen, wenn der Hype vorbei ist...

Im Falle von JOB FOR A COWBOY begann der Kampf bereits auf der Bühne. Die ersten vielen Gigs bewiesen, dass nicht alles echt ist, was man auf CD hören kann. Die Umsetzung der komplexen Mucke live war nicht selten verkorkst und füttert bis heute noch die Verfechter der wahren Lehre in ihrer Kritik am gebügelten, perfekten Studiosound. Zurecht!
Nungut, die Jungs haben sich gefangen und wollen nun mit ihrem offiziellen zweiten Full Length Album „Ruination“ auftrumpfen und ihren Stand festigen.

Mit der Flut an Bands, die man zu der sogenannten „New X-treme“ zählen kann, wird das Gefrickel, das JOB FOR A COWBOY auf CD pressen, ein kreatives Massenprodukt. Will heißen, dass der Status des Sonderlings verloren ist und außerhalb des Fankreises dieses pseudo-neuen Musikstils niemanden mehr hinterm Gebüsch vorgelockt werden kann.
„Ruination“ bietet aber alles, was der neue Extreme so liebt: völlig hektische Riffs, Drumfills soweit das Ohr reicht, der Wechsel zwischen Grunz und Kreischgesang und eine absolut fett drückende, glatt gebügelte, perfekte Produktion. JOB FOR A COWBOY sind nach wie vor auf Platte eine sehr gute Band (wie man hört nun auch live), die eine wahnsinnige Leistung an ihren Instrumenten vollbringt. Was hier aber fehlt sind die Hooks, an denen man sich einen Moment lang festhalten kann. Auf „Ruination“ sind schwer Hits auszumachen, oder auch nur Momente, die einem ein wenig mehr im Kopf bleiben als das wirre Gebolze, dass natürlich unbestritten seine guten Seiten hat!

Zwei Jahre nach ihrem Debüt Full Length Album „Genesis“ ist diese Art zu musizieren regelrecht explodiert und vor allem mit Mathcore noch viel extremer geworden! Es gibt massig Bands, die die technischen Möglichkeiten an ihren Instrumenten noch viel mehr ausreizen und sich damit den Exoten-Status zu Eigen machen. Was man JOB FOR A COWBOY zugute halten muss ist, dass sie, wenn sie auch hauptsächlich von Metalcore – Liebhabern verehrt werden, musikalisch nicht sehr in die Szene passen. Weder Hardcore - Elemente noch melodischer Schwedentod ist in ihrem Sound zu finden und gesanglich orientiert man sich eher an amerikanischem Death Metal.

Eine Besprechung einzelner Songs macht hier keinen Sinn, da sich eh nicht viel wiedererkennbare Strukturen in den Songs finden lassen und wie oben bereits erwähnt sich keine Songs besonders hervorheben. Abschließend bleibt aber zu sagen, dass sich im Prinzip jeder, der auf extremen Death Metal steht, „Ruination“ antun kann. Freunde der neuen Extreme sind hier natürlich absolut an der richtigen Stelle und sollten bei JOB FOR A COWBOY nicht zögern! In der alten Riege werden sich nur unwahrscheinlich neue Freunde finden lassen, aber das macht nichts, die neue Riege ist groß genug und somit hat „Ruination“ als ganz gute, wenn auch nicht überragende Platte ihre absolute Berechtigung! (Bernie)


Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 40:38 min
Label: MetalBlade Records
Veröffentlichungstermin: 03.07.2009

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