Eternity Magazin
1349_revelationsoftheblackflame.jpg1349, der schwarze Tod, das Jahr, in dem prozentual mehr Menschen starben als in beiden Weltkriegen. Bisher lieferte die gleichnamige Black Metal Band unter der Fuchtel von SATYRICON - Trommler Frost die Vertonung dieser Leben – verschlingenden Seuche. Ihr neues Werk „Revelations of the black flame“ reiht sich dem nahtlos ein, allerdings auf ganz neue, andere Art und Weise. Schon das Cover lässt tiefgehende Kunst vermuten, die die volle Aufmerksamkeit fordert. 

Und „fordernd“ ist „Revelations of the black flame“ allemal. Allein der Opener, der den Reigen mit einem furchterregenden Intro eröffnet, mutet etwas seltsam an und geht nur als halber Song durch, der zum Großteil von Atmosphäre - schaffenden Samples „besetzt“ wird. „Serpentine Sibilance“ beruhigt den Hörer dann allerdings wieder etwas mit sehr schleppendem, bösen Black Metal, der einem mit diabolischem Sprechgesang einen Schauer über den Rücken laufen lässt.
Einen Schauer erfährt man auch bei „Horns“, der fällt allerdings unerwartet anders aus. Der Track besteht ausschließlich aus atmosphärischem Geplänkel, das von keinem Instrument stammen kann. Hier kann man bereits nach diesen 3 Songs vermuten, dass der Rest des Albums auch ganz und garnicht die Erwartungen bedienen wird, die man in eine Band wie 1349 setzen würde.

Auch das folgende „Maggot Fetus… Teeth like thorns“ täuscht nicht darüber hinweg, dass hier was im Busch ist. Hier wird recht typisch Black Metallisch mit durchgedrücktem Blastbeat und zu anfangs geilem Riff gebollert. Der gute Eindruck schwindet aber gen Mitte gleich wieder, da sich weder Rhythmus noch Riff besonders ändern im Verlauf des Songs... was soll denn das noch werden?
„Misanthropy“ entpuppt sich flott als ein weiteres „Instrumental“, das diesmal zumindest ein Piano erkennen lässt und dem man ehrlich attestieren muss, dass es eine sehr unangenehme, beklemmende Atmosphäre schafft, die auf „Uncreation“ vorbereitet. Dieser Titel kommt wieder als, sagen wir mal, „normaler“ Black Metal Track daher, allerdings sehr schleppend, mit eiskalt klirrenden Riffs und einer getragenen Double Bass. Das Hauptriff klingt bedrohlich und kreiert auf gewisse Weise einen Wiedererkennungswert des Songs. Garnicht mal so schlecht, wenn auch sehr verwirrend mit den einfließenden, unmenschlichen Schmerzens – Schreien, die man am ehesten in einem beklemmenden Horrorfilm erwarten würde. Gen Ende hin wird noch richtig gegroovt (bevor man dann sogar noch einmal recht flott aus dem schleppenden Schema ausbricht), der Song landet also definitiv auf der Haben – Seite.

„Set the controls for the heart of the sun“ landet wieder auf der negativen Seite, wird hier doch wieder auf richtige Instrumentierung verzichtet und bis auf ein immer wieder kehrendes Bassriff und ein paar Drum pattern (beachtliche Double bass immerhin) auf „Atmosphäre“ gesetzt. Über die ganze Länge des Tracks hört man geflüsterte Stimmen, die sich wieder gut in einem Gruselfilmchen machen würden. Alles in allem sehr gut gemacht, aber die Bezeichnung „Musik“ für dieses Kunstwerk verschwimmt so langsam immer mehr...
„Solitude“ erschöpft dann wohl auch die Geduld des ruhigsten Hörers so langsam, hier wird bis auf ein bisschen Akustikgitarre wieder nur die besagte und geliebte Atmosphäre geschaffen und auf Musik verzichtet. Bisher sind richtige Lieder eindeutig in der Minderzahl und es bleibt nur noch ein letzter Track... und auch der reißt das Ganze nur noch weiter in die Tiefe, aus der es kein Entrinnen gibt. Ein paar Stimmen, aber keinerlei Anzeichen zu finden, nach denen zu Folge man von Musik sprechen könnte.

Rekapitulieren wir also: Mit viel Liebe kann man 4 richtige Songs ausmachen, der Rest des Albums kann nichtmals zwingend als Musik bezeichnet werden. 1349 gehen hier komplett neue Wege und werfen alles über Bord, was sie je ausmachte. Keine Übergangszeit, direkt von 0 auf 100 eine andere Welt. Zugegebenermaßen kann dem Hörer ganz anders werden, wenn er das Album in seiner ganzen Länge am Stück in einer bestimmten Stimmung hört, die Norweger wissen schon, was sie hier tun. Der künstlerische Aspekt, den man mögen kann oder nicht, rettet „Revelations of the black flame“ auch gerade noch so vorm Totalausfall. Allerdings sollte man sich ernsthaft die Frage stellen, ob man für eine Album die reguläre Kohle ausgeben will, dass einem kaum die erwartete Musik liefert, sondern sich darauf konzentriert, Achtung, „Atmosphäre“ zu schaffen. Ein dringender Rat wäre hier, auch und gerade bei beinharten Fans der Band, vorher das Album anzutesten! Ganz ganz schwieriger Stoff und definitiv etwas anderes als das, was man erwarten würde. (Bernie)


Bewertung: 5,5 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 45:17 min
Label: Candlelight Records
Veröffentlichungstermin: 25.05.2009

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