paganizer_scandinavianwarmachine.jpgPAGANIZER treiben bereits seit 1998 ihr Unwesen und sind nunmehr bei Cyclone Empire gelandet. Der Titel der neuen Rille, „Scandinavian Warmachine“, klingt vielversprechend und bietet im Endeffekt auch genau das, was man von ihm erwarten kann: Schwedentod bis zum Abwinken. Wobei man sich hier eindeutig an die brutale, ultrafette, schwedische Dampfwalze hält, die lieber alles niederwalzt als mit Melodien zu verzücken. 


Der Opener „Forever scorned“ macht gleich die Marschrichtung klar und bollert aus allen Rohren typisch schwedischen Death Metal Sound, wobei der Titeltrack direkt hinterher recht schnell erkennen lässt, dass es PAGANIZER nicht darum geht, die schnellste und brutalste Band des Planeten zu werden. Die Jungs setzen schwer auf Abwechslung und variieren gerade im Tempo immens.
In „The flesh“ kommt sogar ein melodisches, eingängiges Riff zum Vorschein, dass man schon mal irgendwo gehört haben mag, aber was soll's, drauf geschissen. Mit „Colder“ folgt gleich ein Song, der in eine ähnliche Kerbe schlägt und mit einem getragenen, doomigen Riff glänzt. Ganz besonders dieser Track klingt so derb nach HYPOCRISY zu ihren „The fourth dimension“ Zeiten, dass man meinen könnte, Herr Tägtgren hätte hier seine Finger im Spiel. Und ich lege mich gerne fest und nenne das als die ultimative Inspirationsquelle für „Scandinavian warmachine“, ob gewollt oder nicht.

Das Problem von PAGANIZER ist, dass die insgesamt 16 Songs im Ganzen, so ordentlich die ersten paar auch bollern, ein eher mittelmäßiges Bild abgeben. Auf die Länge der Platte hin bleibt nichts wirklich hängen und auch der eigentlich extrem fette und brutale Sound verliert bei 16 Songs irgendwann seine Wirkung. Weniger Songs hätten da unter Umständen Positives bewirkt. Wenn man bedenkt, dass Mainman Rogga Johansson nebenbei auch mit RIPSPREADER Alben am Fließband auf den Markt knallt, wird irgendwann klar, dass mit der Masse die Klasse irgendwann leiden MUSS.

„Scandinavian warmachine“ ist ein gutes Album, dass sogar einige Highlights enthält und durchaus den Freunden des simplen Schwedentods Freude bereiten wird. Im Endeffekt verliert man sich ab einem bestimmten Zeitpunkt aber ein wenig in den Songs, die irgendwann einfach nichts mehr bieten, woran man sich festhalten kann. Somit verschwimmt am Ende der Platte auch der gute Eindruck, den man von den ersten Songs bekommen hat, ein wenig. Schade drum, wenn Mr. Johansson seine Stichzahl an Songs herunter schrauben würde und sich ein wenig mehr auf ein paar konzentrieren würden, wäre hier sicherlich noch einiges heraus zu holen! Hier bleibt aber Masse > Klasse. (Bernie)


Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 16
Spielzeit: 55:54 min
Label: Cyclone Empire / Soulfood
Veröffentlichungstermin: 17.04.2009

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