torturekiller_sewers.jpgTORTURE KILLER sind mit ihrem letzten Album „Swarm“ zu einiger Bekanntheit gekommen, da sie für dieses Album niemand geringeren als Chris Barnes in ihren Reihen begrüßen konnten. Was aussieht wie ein PR-Gag hat sich zwar genauso ausgewirkt, Barnes war aber tatsächlich maßgeblich am Songwriting beteiligt und festes Mitglied der Band. Warum genau er sich dazu entschieden hat, bleibt allerdings unbekannt. Sicherlich wollte er sich nicht künstlerisch entfalten, denn TORTURE KILLER sind ein 1 zu 1 – Klon seiner Stammband SIX FEET UNDER.


Und genau das wird auch dem neuesten Output „Sewers“ zum Verhängnis oder ist genau das, was seinen Erfolg ausmacht. Die Jungs begannen bezeichnenderweise als SIX FEET UNDER und OBITUARY Coverband und man urteilt sicherlich nicht allzu subjektiv, wenn man den beiden Bands MASSIVE Ähnlichkeiten im Stil attestiert. Vielleicht gibt es immer noch einige, die nicht wissen, das damals Allen West, seines Zeichens ehemaliger OBITUARY Klampfer, SIX FEET UNDER mit Chris Barnes ins Leben rief. Und West führte den Todesgroove der Legende in der neuen Band exakt so weiter, der einzige wirkliche Unterschied ist der Gesang Chris Barnes. Somit fügt sich alles zusammen und TORTURE KILLER saugen diesen besprochenen Groove tief in ihre Lungen ein. Um eins schon mal vorweg zu nehmen, „Sewers“ macht tierisch Bock, wenn man auf den Sound steht, aber so schön das Ganze auch abgeht, es ist und bleibt eine bis ins kleinste Detail Face to Face – Kopie von SIX FEET UNDER.

Diesmal griffen die Finnen, die lieber in Florida leben würden (wer will das nicht...) auf ihren Ur-Sänger Sallinen zurück, der ganz in SFU-Manier sein tiefstes Growlstimmchen auspackt. Allerdings hängt er der charismatischen Stimme seines Vorbilds und Längen nach und das, obwohl dieser seit mehreren Jahren seinen stimmlichen Glanztaten hinterher röchelt ohne auch nur ansatzweise die Chance zu bekommen, diese wieder einzuholen. Also darf man gesanglich nicht viel von „Sewers“ erwarten, was man bei einer SFU Coverband allerdings durchaus kann und darf! Minuspunkt also. Ein weiterer Minuspunkt ist der Sound. Als Eins-zu-Eins-Kopie einer anderen Band darf man sich das Recht herausnehmen, sie mit den Glanztaten der kopierten Band zu vergleichen und das ist definitiv „Warpath“ und dagegen stinkt „Sewers“ schon ordentlich ab. Der Sound ist fett und über Kopfhörer knallt's auch ordentlich rein, aber im Vergleich könnte man da echt noch ne Schippe drauflegen. Wenn ich auch bei diesem Punkt mit mir streiten lasse, machen wir nen halben Punkt draus.

Was einen an Songs erwartet, sollte klar sein. Ein Querschnitt zwischen SFU und OBI, wobei man beides ruhig als eine Band sehen kann, wenn man den Einfluss der Finnen beschreiben möchte. SIX FEET OBI oder SIX FEET UNDER THE OBITUARY...
Was soll man sagen, Songs wie „Crypts“, „I bathe in their blood“, „By their corpse“ oder der Groove-Hit „Coffins“ sind einfach gut, da gibt’s nix zu meckern aber gerade Letztgenannter könnte EXAKT GENAU SO auf einem SFUTO (siehe oben) Album stehen und ich finde es irgendwie schon arm, sich bis in jedes Äderchen an einer anderen Band auszurichten ohne auch nur den kleinsten Versuch zu machen, eigene Aspekte auszuarbeiten!

Und deshalb werden es auch nicht mehr Punkte, wenn die Platte auch unter dem Namen SIX FEET UNDER einen reißenden Absatz finden würde. Ich verstehe es einfach nicht, TORTURE KILLER haben Talent, das hört man auf „Sewers“ mehr als deutlich, warum stinkt man dann mit den Fürzen anderer Leute... traurig. Naja, Fans von SIX FEET UNDER THE OBITUARY sollten sich dieses Album dringend zulegen, es wird ihnen gefallen. Wer lieber bei den Originalen bleibt, die qualitativ lustigerweise nicht sehr viel besser sind, der lässt die Finger weg. (Bernie)


Bewertung: 7 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 29:09 min
Label: Dynamic Arts Records
Veröffentlichungstermin: 17.04.2009

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