Eternity Magazin
believer_gabriel.jpgBELIEVER ist eine mir gänzlich unbekannte Kult Thrashband, die ihr letztes Album bereits 1993 auf den Markt geschmissen hat, also eine ganze Weile her, das Ganze. Wundersam ist die fehlende Bekanntheit der Band und ihre trotz allem „Kultigkeit“ nicht, heute wird eh jede Band, die sich reuniert direkt zur Kultband erhoben, so dass zumindest die Chance besteht, mal auf einem KIT zu spielen, wo sich die sogenannten Kultbands alle irgendwann versammeln, um zum Großteil zu beweisen, warum sie damals nicht weiter gemacht haben... aber das ist eine ganz andere Geschichte. BELIEVER zählen nicht zu dieser Gruppe von Bands, eher zu der, bei der man nach erstem Hören ihres Comeback-Albums stirnrunzelnd nochmal auf „Play“ drückt, um sicher zu gehen, dass man das gerade richtig gehört hat.

 

BELIEVER werden als Thrash Metal Band angepriesen, wobei MetalBlade ganz bewusst nicht den Fehler begeht, sie in die neue Welle von Old School Thrash rein stecken zu wollen, denn davon sind sie meilenweit entfernt. Vergleichbar mit eigentlich gar keiner anderen Band, schwimmen BELIEVER in einer stilistischen Suppe, die am ehesten als Progressive Thrash zu bezeichnen sind. (Genretypisch drauf los gehauen wird in Songs wie „The need for conflict“ und „Focused Lethality“ mehr als genug) Musikalisch wird hier gute Kost abgeliefert, aber die „Weiterentwicklung“, die „Progression“ bei BELIEVER und ihrem neuesten Output „Gabriel“ liegt eher in dem offensichtlichen Wahnsinn der Macher.

Die Masterminds hinter BELIEVER sind sicherlich gestörte Geister, die die Kunst aber bitter nötig hat und somit würde ich persönlich „Gabriel“ auch als eine Art irres, verstörtes Kunstwerk bezeichnen, dass die Basis Thrash Metal mit einer Flut an Samples überhäuft , die das im Teaser angesprochene Stirnrunzeln verursachen. Die verstörenden Geräusche, die in den Sound eingewoben werden, kombiniert mit dem recht unmelodischen Gesang und der, ich sag mal, rauen Produktion schaffen ein Gesamtbild, das den Hörer voll und ganz fordert.
Das muss nicht immer gut sein und an „Gabriel“ werden sich sicherlich auch die Geister scheiden, aber klar ist, dass BELIEVER hier ein einzigartiges, unnachahmliches Werk geschaffen haben, dass seinesgleichen sucht. Ob das nun auch auf die Qualität übertragbar ist, ist streitbar.

Die angesprochen „raue“ Produktion ist nämlich leider einfach nur mies. Auf perfide Art und Weise passt sie zwar ins Gesamtbild und ist vielleicht sogar genau so geplant, aber das täuscht nicht drüber hinweg, dass der Mix einfach sau schlecht ist. Heute wird ja gerne mal alles, was einfach nur schlecht klingt, als „roh“ und „old school“ in den Himmel gelobt! Dabei wird immer wieder darüber hinweg getäuscht, dass es manche Leute einfach nicht besser drauf haben. Aber das sind die Irrsinnigkeiten der Zeit, was soll man machen...

Abschließend kann ich kaum was über die wahre Qualität von „Gabriel“ sagen, außer, dass die einen wohl keinen großen Bock auf die ganzen Spielereien haben, andere aber genau das als das Besondere im BELIEVER-Stil ausmachen. Beiden soll dieses Recht zugestanden werden. Fakt ist, dass BELIEVER mit keiner Band wirklich zu vergleichen ist und deshalb hier etwas besonderes geleistet hat, das man anerkennen sollte. Das Album kann viel Spaß machen und deshalb sollte sich jeder Thrasher das Teil rein ziehen und selbst entscheiden, ob ja oder nein! Aber bitte minimum 4mal, sonst brauch man erst gar nicht zu beginnen ;-) (Bernie)


Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 13
Spielzeit: 54:58 min
Label: MetalBlade Records
Veröffentlichungstermin: 09.04.09

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