devian_godtotheillfated.jpg„God to the illfated“ schimpft sich das zweite Album des ehemaligen MARDUK Fronters Legion und seinen Mannen und wurde kürzlich veröffentlicht. Das Debüt „Nine-winged serpent“ wurde hier anno dazumals mit satten 8 Punkten bewertet, nicht schlecht für ein Debüt. Es scheint aber, als hätte die Band seit dem noch ein paar Müsliriegel mehr gefuttert (oder halbe Schweine), denn die zweite Langrille kann noch locker einen drauf legen!

Wo das Debüt an mehreren Stellen Längen aufwies, zeigen Legion und Co gleich zu Beginn, dass sie dem Ziel ihrer Reise ein ganzes Stück näher gekommen sind! „Mask of virtue“ bollerfetzt in bester Black/Death Manier mit einem melodischen Grundriff alles in Grund und Boden, wie es auf dem guten Debüt alle Songs zusammen nicht geschafft hätten. Unglaublich, die Pyramidennieten sind nun lang und spitz geworden und die Messer sind gewetzt, jetzt geht’s ab! Bevor „The unspoken“ den eingetretenen Pfad der konsequenten Zerstörung weiter tritt, zeigen DEVIAN, dass es auch melodisch geht und lassen Legion auf „Assailant“ sogar ein wenig clean singen. Mit einem melodischen, typisch schwedischen Lead krabbelt der Song auf die oberen Ränge der CD-Hitliste. TOP!

„Saintbleeder“ hämmert komplett aus dem eigentlichen Konzept heraus, zumindest aus dem Konzept, dass man nach den ersten drei Songs vermuten würde. Der clean gesungene Refrain mutet gar folkig an, wenn der Song selbst auch zum Glück keinerlei solcher Einflüsse birgt. Der Chorus groovt wie Sau und klingt schlichtweg einzigartig und fällt im Gegensatz zu den anderen Tracks in dieser Richtung keinstenfalls ab, sondern wirkt um einiges kranker, was im Metal selbstverständlich immer gut zu heißen ist ;-) Abwechslung ist Trumpf, das merkt man auch beim schleppenden „I'm the pariah“, das gleich von dem brutalsten aller Tracks, nämlich dem Titelsong, gefolgt wird. Eieiei, wird hier das Thrashbrett gedroschen, ein Staccatoriff, gepaart mit dem ultrafiesen Gekeife von Master Legion, machen diesen Song zur Abrissbirne par excellance! Da bleibt kein Thrashauge trocken, keine Wunde unblutig.

Als einziger Song der CD fällt „Summerdeath“ durch das Raster der Hits. Dieser Song hätte, weil er einfach nur ganz gut ist, besser auf das Debüt gepasst. Groovig schön, aber nichts, woran man sich festhalten oder verletzen könnte. Leider wird zum Ende des Albums hin das Gaspedal nicht mehr richtig durch getreten, wenn auch Songs wie „South of Halo“ mit ihrem Midtempo ordentlich die Kauleiste versohlen. Gute Songs, die meist mit einem attraktiv eingängigen Melodiepart glänzen können. „Awaiting doom“ überzeugt mit einer treibenden Doublebass, wohingegen der CD-Abschluss „When the vultures have left“ mit teils Power metallischen Schreien überrascht und ansonsten im mittleren Tempo gut nach vorne geht. Allerdings kann keiner der letzten Tracks die übermäßige Qualität der ersten paar Rübenknacker erreichen, leider. Auf der anderen Seite ist dann immer noch ein wenig Platz nach oben für das dritte und entscheidende DEVIAN Album. Der Weg dahin ist perfekt geteert, es lässt sich also gut darauf fahren. DEVIAN haben hier einen ganz ganz großen Schritt nach vorne geschafft. „God to the Ill-fated“ ist ein sehr interessantes, hartes aber abwechslungsreiches Album, das viele Freunde finden wird. Hier kann sowohl der Blacker, als auch der Deather und Thrasher ein Ohr riskieren! Genau da liegt aber auch der Hund begraben, die Band sollte ein wenig deutlicher ihren Weg beschreiten und nicht zu oft ausreißen, dann wird’s mit Album Nummer 3 richtig scheppern! (Bernie)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 44:32 min
Label: Century Media Records
Veröffentlichungstermin: 12.12.2008

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