warhead_hourofdeath.jpg„Good part for each“ gehört für meinen persönlichen Geschmack zu den am heftigsten unterbewerteten Alben der Heavy Metal Geschichte. Als ich damals „Carrie White“ auf dem Metal Hammer Sampler hörte, hat es mir den Scheitel auf die Seite geföhnt und von da an war ich ein riesiger WARHEAD Fan! Leider konnte ich die Band nie live erleben und als im Jahre 2000 dann Frontmann Björn Eilen die Band verließ und es danach still um die Truppe wurde, konnte ich mich nur an die bisher veröffentlichten 3 Alben klammern. 2007 gab es dann wieder ein Lebenszeichen der Band mit komplett neuer Besetzung, außer Konstante Peter Breitenbach. Nostalgisch gesehen geht aber nichts über WARHEAD mit Björn Eilen und die neuste Veröffentlichung „Hour of death – live 2000“ lässt einen Blick zurück auf die letzte Tour mit dem charismatischen Frontmann werfen.

Nicht, dass „Captured“ aus dem Jahr 2007 ein schlechtes Album ist, ganz im Gegenteil. Aber irgendwie ist es schön, die Hits der Band mit der dazu passenden Stimme zu hören und das ist nun mal die von Björn Eilen.

Der Fokus von „Hour of death“ liegt verständlicherweise auf dem dritten Album „Beyond recall“ und neben den drei Killern „Warhead“, „Let me die“ und „Good christian“ kommen leider keine Songs des genialen Debüts zum Zuge. Das etwas lahme „Desert trip“ hätte man wirklich durch den Überhammer „Carrie White“ ersetzen können. Aber gut, es ist lange her, es war die Tour zum Album, niemand ist perfekt ;-)

„Hour of death“ zeichnet sich durch eine Sache ganz besonders aus: sein sympathisch ehrlicher Sound. Wenn die musikalische Darbietung auch aller erste Sahne ist, hört man hier und da mal kleine Ungenauigkeit, an manchen Stellen ein paar falsche Töne („The trial“), was das ganze zu einem realen Live-Erlebnis macht! Eilen singt kräftig und leidenschaftlich, was vor allem bei den damals aktuellen Songs von „Beyond Recall“ deutlich wird („Blackout“ oder „The trial“), ein Konzeptalbum über die Todesstrafe.
Wenn auch die Nachfolger zu „Good part for each“, nämlich „Perfect/Infect“ und eben „Beyond Recall“ nicht an die Hitdichte des Debüts herankamen, waren beide voll gepackt mit mal flotten, mal groovigen Songs im Heavy/Thrash Metal Bereich. „Piece of your flesh“, „Electrocute“, „Into the light“ oder „Perfect/Infect“ zeigen die Stärke der Band ganz deutlich: mitreißender Heavy Metal direkt aus dem Bauch heraus zu spielen.

Freunde der Band sollten sich „Hour of death“ allein aus nostalgischen Gründen schon zulegen. Wer aber richtig in die Band einsteigen will, der sollte sich unbedingt „Good part for each“ zulegen, dieses Album ist Nektar der Götter! (scheiße, hört euch einfach nur mal „Good christian“ auf „Hour of death“ an, da baut sich doch ein 3-Mann-Zelt in der Hose auf, oder?) „Hour of death“ ist ein sehr ehrliches und sympathisches Live-Dokument, das seine Berechtigung in der Diskographie der Band hat. Lasst es uns als endgültigen und freudigen Abschluss der Eilen-Ära sehen. Freuen wir uns aus weitere Scheiben der neuen WARHEAD! (Bernie)


Bewertung: – / –

Anzahl der Songs: 18
Spielzeit: 79:35 min
Label: Timezone Records
Veröffentlichungstermin: 26.09.2008

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