Eternity Magazin
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Nein, ABIGAIL WILLIAMS ist keine Solo Akustik-Künstlerin mit hohem emotionalen Anspruch, sondern eine junge Black Metal Band, die sich nach einer entscheidenden Figur in den Hexenprozessen um Salem im Jahre 1692 benannt hat. Garnicht ladylike verpfiff die junge Dame damals einige unschuldige Mädels, sie verhext zu haben, die dann prompt hexenüblich gemeuchelt wurden. Etwas komplexer war es zwar schon, aber dafür gibt es ja Wikipedia ;-)

ABIGAIL WILLIAMS haben sich DIMMU BORGIR als ihre Lieblingspaten ausgesucht und sind somit wegen dieser Wahl schon mal für jeden wahren Black Metaller außen vor. Aber die wahren Hüter des Gaahls, äh Grals haben heute ja eh andere Probleme...

Nein, die junge Truppe packt auch hier und da Genre-fremde Einflüsse in ihren Sound, die eigentlich so garnicht zur Musikrichtung Black Metal passen (jaha, ich bin so dreist und nenne Black Metal eine Musikrichtung, pfählt mich!).

Der erste Track nach dem Intro, nämlich „The world beyond" zeigt sich aber zunächst als perfekte DIMMU BORGIR-Kopie, allerdings auf genau dem gleichen qualitativen Niveau! Beeindruckende symphonische Einlagen, die Soundtrack-Niveau haben, brechende, von Blastbeats umgarnte Killerriffs und ein geiler Refrain. „In the shadows of 1000 suns" fängt bombastisch an!

An manchen Stellen erinnert der Gesang gar an Dani Filth in seinen guten Tagen und dass laut Info eine einzige Person dafür verantwortlich ist, ist mehr als beeindruckend. Da kommt gar Fürchterliches aus der Kehle von Sänger Sorceron. In „A thousand suns" ist sogar eine cleane, aber kraftvolle Stimme zu hören, die einem Simen alias ICS Vortex in nichts nachsteht.

Selbstredend gibt es auch an den Instrumenten keinerlei Ausfälle, Ms. Ellyllon an den Tasten wird dem Keyboard im Sound enorme Bedeutung beigemessen, was aber zu jeder Sekunde passend und songdienlich umgesetzt wird (und das sage ICH als kompletter Keyboardverachter!!). Der Sound kommt generell sehr facettenreich und von Altmeister James Murphy perfekt produziert aus den Membranen und steht auch in diesem Punkt den Vorbildern in nichts nach. ABIGAIL WILLIAMS beeindrucken von Song zu Song immer mehr.

Wo sind denn nun die vorher angepriesenen Einflüsse, die so garnicht in den Black Metal passen? Nun, laut Infoflyer weben ABIGAIL WILLIAMS nicht nur typisch schwedischen Death Metal sondern auch Hardcore-typische Breakdowns in ihren Sound mit ein. Nun, mit Verlaub, das ist Unsinn!

Es muss niemand vor ABIGAIL WILLIAMS zurückschrecken (wobei es nicht der Schwedische Death Metal wäre, der jemanden zurückschrecken ließe ;-)), denn auch wenn Mitglieder der Band vielleicht ursprünglich aus dem Hardcore stammen, die Band wagt es sich nicht, DIMMU BORGIR Sound mit Breakdowns zu vermischen. Wenn abgehackte Riffs zu hören sind, dann bewegen sich diese stets im Stil, der ansonsten auch vorherrscht.

Die Kritik von „In the shadow of 1000 suns" lässt sich ganz klar fassen: Wenn man Freund der Klänge von DIMMU BORGIR und CRADLE OF FILTH ist, also symphonischen aber trotzdem knallharten und facettenreichen Black Metal (schon wieder hab ichs getan...) mag, dann ist diese Scheibe ein absolutes MUSS! Da kommt kein Freund dieser Stilrichtung dran vorbei! Wer damit gar nichts anfangen kann, Black Metal nicht als Musikrichtung sieht oder einfach nicht drauf steht, der kann getrost weghören.

Wer sich nicht sicher ist, sollte sich dringend in dieses Album reinhören, hier gibt es wahnsinnig viel zu entdecken. Wenn es sich hier auch um eine fast 100%ige DIMMUBORGIR Kopie handelt (was leider für leichten Abzug in der B-Note führt) überzeugen ABIGAIL WILLIAMS trotzdem mit beachtenswert hoher Qualität. Geiles Album, meine Fresse. (Bernie)

Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 46:41 min
Label: Candlelight Records
Veröffentlichungstermin: 24.10.2008

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