Eternity Magazin

ie_thecrucibleofman.jpg Als ICED EARTH Fan erlebte man in den letzten Jahren und Monaten ein wahres Wellenbad der Gefühle, das darin gipfelte, dass Bandboss Jon Schaffer Ende letzten Jahres Tim „Ripper“ Owens in die Wüste schickte, um Matthew Barlow aus dem Nichts in die Band zurückzuholen. Wie zu erwarten, ging ein Aufschrei durch die Metalwelt, der einzig wahre ICED EARTH Sänger war zurück, jetzt würde alles wieder besser werden, so lautete das einstimmige Credo der Fans.
Die vereinzelten Auftritte im Frühsommer auf diversen Festivals (u.a. ROCK HARD FESTIVAL, BANG YOUR HEAD) und als Support von JUDAS PRIEST ließen aufhorchen; mit Barlow an der Front schien der alte Spirit tatsächlich zurückgekehrt zu sein.
Die Vorabsingle „I Walk Among You“ veranlasste zwar nicht zu Luftsprüngen, machte aber Lust auf’s neue ICED EARTH Album, sprich auf „The Crucible Of Man“, die inhaltliche Fortsetzung von „Framing Armageddon“ und gleichzeitig letzter Teil der „Something Wicked“ Trilogie.

Jetzt ist „The Crucible Of Man“ draußen und die gesamte Metalwelt steht vor einem Berg von Fragezeichen. Ist „The Crucible Of Man“ der erhoffte Neuanfang oder der endgültige Sargnagel auf die einstigen Helden; oder nichts von beidem?
Wir von Neckbreaker sind uns jedenfalls bei einem ganz sicher: „The Crucible Of Man“ wird die Massen spalten, genauso wie es unsere Redaktion gespalten hat. Stellvertretend für die Redaktion haben Bernie und Maik „The Crucible Of Man“ mal ganz genau unter die Lupe genommen und bis ins kleinste Detail beleuchtet. Aber lest selber!

minus.jpg„A force of light, an angel - sent through time, to destroy..."
Das waren 1996 die ersten Worte, die ich von ICED EARTH hörte und war sofort gebannt! „The hunter" markierte für mich den wahren Anfang der Heavy Metal Besessenheit, wo ich vorher nur die regulären Maiden, Metallica, Manowar und Konsorten im Schrank stehen hatte. Der Backkatalog von ICED EARTH war es, der mir die Augen und die Ohren öffnete und mir zeigte, dass es für mich nie wieder was anderes als Musik geben würde. Auf sportliche Events sonntags hatte ich keine Lust mehr, ich wollte lieber „The dark saga" zum 17ten Mal an diesem Tag hören! ICED EARTH haben mich geistig zum Mann und zum Metalfanaten gemacht und dafür bin ich ihnen bis heute überaus dankbar und liebe ihren Backkatalog nach wie vor aus ganzem Herzen.

Heute kann ich von meiner Lieblingsband aber leider nichts mehr erwarten... der Verfall fing zu Horror Show - Zeiten an, einem Klassealbum mit genialen Songs, dass aber immer mehr fremde Einflüsse in den Sound brachte. Was normalerweise zu einer Erweiterung und Bereicherung des Sounds einer Band führt, gipfelte dann in „The glorious burden". Rückblickend ein gutes Album, dass aber den Schritt weg von alten Trademarks immer weiter fasste.
Als Jon Schaffer ankündigte, weg von seinem übertriebenen pathetischen Patriotismus hin zu seinen Stärken zu gehen, nämlich das Vertonen von eigens erdachten Fantasystories, fasste nicht nur ich wieder Mut und Hoffnung! Die derbe Enttäuschung kam dann mit „Framing armageddon". Als ob der Weggang von Matthew Barlow nicht schon schlimm genug gewesen wäre, nun wird man auch noch mit einem hörspielartigen Drittklassealbum gequält...
Dann DIE Nachricht, ER ist zurück, die Stimme ist in ihre Heimat zurückgekehrt, Matthew Barlow ist zurück und wird ICED EARTH aus der trostlosen Drittklassigkeit ziehen und meine Band wieder auf meine Nummer eins bringen!!

Mh, schön wärs... leider hat dabei niemand mit Bandboss Jon Schaffer gerechnet. Denn die Luft ist raus aus seinem Arm. Der Mann mit dem bionischen Unterarm, der Klassiker wie „Stormrider" und „Pure evil" schrieb, hat seine Kraft verloren...
Im Skiurlaub kaufte ich mir einst ein lustig ausschauendes Rock Hard Video, auf dem ich zum ersten Mal „Desert rain" hörte. Seit diesem Moment versuchte ich jahrelang, diesen Song in voller Länge durch zu spielen, ohne von Krämpfen geplagt aufzugeben. „The crucible of man" könnte ein Kind nach einem Jahr Gitarrenunterricht nachspielen, am Stück!
Wenn das auch nicht zwingend etwas über die Qualität des Albums aussagt, dann wird hier zumindest endgültig deutlich, was aus ICED EARTH geworden ist.

Um es ganz klar zu sagen, ich bin so dermaßen enttäuscht von meiner ehemaligen Lieblingsband, dass ich schreien und weinen könnte, wenn ich dieses Album höre, und genau das tue ich jedes Mal, wenn ich es mir anhören muss... was ist nur aus dieser einzigartigen Band geworden? Wie konnte diese fantastische Band zu so einer Nullnummer werden?
Ich sag's euch, wenn ihr es auch alle bereits genau wisst: 1999 kam ein großartiges Album auf den Markt. DEMONS AND WIZARDS war damals die perfekte Kombination von ICED EARTH und BLIND GUARDIAN. Ein Album, das jedem Fan Freude brachte und vor allem sehr erfolgreich war. Das nächste Schaffer - Album hieß „Horror show" und plötzlich hörte man bei Songs wie „Dracula" typische GUARDIAN Chöre, die zuvor noch auf KEINER ICED EARTH CD zu hören waren. Was als interessanter Einfluss begann, hat sich mit der Zeit in jedem zweiten Song fest gebissen. Seelig sind diejenigen, denen es gefällt, mir nicht...

Das letzte großartige Album, dass Schaffer herausbrachte war „Something wicked this way comes". Sein letztes wirklich gutes bandtypisches Album. Dies war auch das erste Album ohne seinen ewigen Weggefährte Randy Shawner. Vielleicht strotze es deshalb so vor Balladen. Hätte dieser gute Mann mal ICED EARTH nicht verlassen...

Soviel zur Ursachenforschung. Nun zum Album.
Begonnen mit einem epischen und durchaus gelungenen Intro markiert „Behold the wicked child" den Opener des Albums. Treibende Doublebass lassen noch hoffen, aber nach dem ersten fetten Chor im Refrain ist der Käse schon wieder gegessen. Ganz großes Kino, weiter. „Minions of the watch" setzt gute Akzente durch Barlows emotionalen Gesang und ein paar gute Melodien. Nicht verkehrt aber auch kein Reißer, klingt vor allem nicht nach ICED EARTH!
„The revealing" könnte aus einer „Something wicked this way comes" Session stammen, geht nach vorne und drückt ganz gut, geht aber gerade mal 2,5 Minuten lang. Mit „A gift of a curse" folgt eine zuckersüße, melancholische Ballade, die zwar eine interessante Vocalline beheimatet, sonst aber nichts zu bieten hat.
„Crown of the fallen" haut mir dann zwischenzeitlich die Tränen in die Augen... vor Wut. Der fetteste Refrain des Albums bisher, mit Pathos gefüllt bis zum Platzen, perfekt, um live die Feuerzeuge in die Luft zu strecken und sich selbst abzufackeln, dass man es nicht mehr länger ertragen muss...
Mit „The dimension gauntlet" findet sich danach zur Beruhigung ein ICED EARTH - ähnlicher Song wieder, der sogar ein wenig altes Feeling versprüht. Hier hat irgendjemand auch ein Staccatoriff eingespielt, das zu den guten Zeiten um einiges fetter durch die Boxen gekommen wäre. Traurig, dass dieser Song zu den Highlights des Albums gehört.
Die Single „I walk alone" könnte auch als vernünftiger Song bezeichnet werden, da der Vers nette rhythmische Spielereien zu bieten hat. Aber ratet mal, wie der Refrain ausfällt...
„Harbinger of fate" haut mich dann zum zweiten Mal um. Ich brauche so langsam Baldrian, sonst halte ich die ganze Strecke des Albums nicht aus. Chöre Chöre Chöre, überall nur fucking Chöre... WEITERKLICKEN!!! (Lustigerweise klingt dieser Track wie auf die Stimme des Rippers zugeschnitten...)

„Crucify the king" ist dann mein benötigtes Baldrian. Wenn auch nicht von Ratiopharm, aber der Song begeistert mit einem sehr guten und kreativen Refrain und Barlow bringt hier eine Glanzleistung der Sonderklasse, ganz groß!
Was hört mein verkrustetes Ohr dann? Ein leichtes Staccatoriff bei „Sacrifical kingdom"? Zu Ende des Albums hin scheint Schaffer ein wenig zur Besinnung zu kommen, welch nette Überraschung, die einen aber zu früh freuen lässt. Denn der mehrstimmige Refrain lässt die Hoffnung wieder ermatten. Der Song könnte Ausschuss der „Horror Show" - Session sein.
Was sich nun „Something wicked (Part 3) schimpft, ist eine Zusammensetzung aus Phrasen des ersten Teils der Saga, wie es sich auf dem ganzen Album wieder findet. Der Song an sich ist zweitklassig.
„Divide and devour" lässt gen Ende des Albums mein Fanherz noch mal hochschlagen, ein guter Song, der mit einem brillanten Refrain glänzt. „Come what may" hingegen schließt die Platte dann perfekt ab mit ... EINEM TOLLEN CHOR IM REFRAIN!!!

ICED EARTH sind immer noch was ganz besonderes für mich. Keine Band weckt diese Emotionen in mir, keine Band treibt mir so viel Gefühl in die Brust wie sie. Das liegt aber nicht an „The crucible of man". Diese CD enttäuscht mich auf ganzer Linie und lässt mein Herz bluten, wenn ich sie mit den Klassikern der Band vergleiche. Viele mögen schreien, dass das gleiche mit so vielen Bands geschehen ist und das Album doch gar nicht so schlecht sei. Das ist es auch! Viele Bands sind diesen Weg gegangen von der Einzigartigkeit hin in die Tiefen der Bedeutungslosigkeit aufgrund der dummen Ideen des Bandkopfes. Hier geht es aber um ICED EARTH, meine Lieblingsband! Die Band, die mich wie keine andere geprägt hat in meiner musikalischen Entwicklung und nicht um irgendeine andere... es geht hier um MEINE Band!
Und es handelt sich hier tatsächlich nicht um ein schlechtes Album an sich. Sondern nur um ein grottenschlechtes, überaus enttäuschendes ICED EARTH Album. Nachdem die Alt-Fans nach Barlows Rückkehr neuen Mut fassten, wirkt dies hier wie ein Schlag in die Fresse, als würde mir das Herz heraus gerissen und in den Dreck geworfen.

ICED EARTH sind Geschichte... nie wieder werde ich sie so lieben können, wie ich es früher getan habe... meine Band ist tot... (Bernie)

Bewertung: 4,5 / 10


plus.jpgOh ja Bernie, ich kann dich verstehen. Als ICED EARTH Fan der alten Ära kann einem schon das Kotzen beim Genuss von „The Crucible Of Man“ kommen. Die ICED EARTH des Jahres 2008 sind definitiv nicht mehr dieselben, die vor vielen Jahren mit Klassikern wie „Night Of The Stormrider“ oder „The Dark Saga“ auch mir die Freudentränen in die Augen trieben.
Bandboss Jon Schaffer bleibt strikt seiner Linie treu, die er mit „Horror Show“ eingeleitet und mit „Framing Armageddon“ bis zum Extrem getrieben hat. Bombast statt Bombe lautet das Motto auch auf „The Crucible Of Man“, so richtig krachen lässt er’s nur ab und an mal.
Das kann man nun gut oder schlecht finden, ICED EARTH Fans, die es gerne schnell und heftig brauchen, werden in der Tat Probleme mit „The Crucible Of Man“ bekommen. Wer allerdings auf die opulente Version von ICED EARTH steht oder die Band erst seit „Horror Show“ Zeiten kennt, der wird „The Crucible Of Man“ so einiges abgewinnen können! Denn zwei Dinge stehen für mich außer Frage. Dieses Album ist kein schlechtes Album! Ein grandioses ist es aber auch nicht geworden, so dass auch ich um das Wort „Enttäuschung“ nicht herumkommen werde. 

Dabei hatte ich zu Anfang noch gehofft „The Crucible Of Man“ könnte so etwas wie mein zweites „Poets & Madmen“ (SAVATAGE) sein. Ein Album, das ich nach den ersten Hördurchgängen furchtbar langweilig fand, für das ich aber nach einer gewissen Zeit eine richtige Begeisterung entwickeln konnte. Doch diese Hoffnung war schnell wieder verflogen; zwar wächst auch „The Crucible Of Man“ in der Tat mit der Zeit, was schon ein mal besser ist, als wenn es umgekehrt wäre, doch so etwas wie richtige Begeisterung spüre ich nach geschätzten 15 Umläufen der aktuellen ICED EARTH Scheibe immer noch nicht.
Wobei der Vergleich mit SAVATAGE gar nicht so verkehrt ist, denn die standen anno 2001 vor genau derselben Situation wie ICED EARTH heute. Die Erwartungshaltung von allen Seiten war damals genauso hoch, wie sie nach der Rückkehr von Matt Barlow bei ICED EARTH war und ist.
Und diese Erwartungshaltung können, ich behaupte sogar konnten, Jon Schaffer und Co einfach mit „The Crucible Of Man“ nicht befriedigen. Dabei war das eigentlich bereits nach dem halbgaren „Framing Armageddon“ Album zu erkennen. Jon Schaffer hat den Zenit seiner Kreativität überschritten, um so schmerzlicher ist es jetzt zu erfahren, dass auch die Rückkehr der göttlichen Stimme nur wenig daran ändern konnte.

Doch genug gemeckert, denn wenn man sich erst mal von dieser Erwartungshaltung befreit hat, wird man feststellen, dass „The Crucible Of Man“ erstens gar nicht so übel ist, zweitens einige richtige  Lichtblicke zu bieten hat und drittens eine deutliche Steigerung zum langatmigen Vorgänger „Framing Armageddon“ geworden ist. Doch alles schön der Reihe nach.

Der Start mit dem ruhig und orchestral gehaltenen Intro „In Sacred Flames“ weiß zu gefallen. Die Mischung aus den akustischen Gitarren und Chorälen baut eine schöne Spannung hin zum richtigen Opener auf, als Intro sehr gelungen. Gleiches gilt für „Behold The Wicked“: ein geiles Eröffnungsriff, Doublebass, ein vertrackter Rhythmus, die kraftvolle Stimme Barlows, auf die man Jahre warten musste. Es könnte alles so schön sein, doch nach 40 Sekunden nimmt das Unheil seinen Lauf, der erste von zig Chören setzt ein und nimmt vollkommen die Fahrt raus. Nichts gegen Chöre und Bombast, ich mag so was eigentlich, aber in diesem Zusammenhang wirkt das alles zu überfrachtet. Ein kraftloser Refrain folgt auf dem Fuße und macht „Behold The Wicked“ zum miesesten ICED EARTH Opener aller Zeiten.
Puh, erst mal durchatmen, das hatte man sich ganz anders vorgestellt. Weiter geht’s mit zwei gerade mal gut 2 Minuten „langen“ Nummern („Minions Of The Watch“ und „The Revealing“), doch wer jetzt glaubt, dass kurz auch intensiv bedeutet, der irrt. „Minions Of The Watch“ wäre früher noch nicht mal auf einer B-Seite gelandet, „The Revealing“ ist immerhin eine brauchbare Midtempodoublebassnummer, die aber leider viel zu schnell wieder zu Ende ist, um richtig zur Geltung zu kommen. Welchen Teufel Jon Schaffer geritten hat, so früh zwei unausgegorene 2 Minuten Songs unterzubringen, weiß wahrscheinlich nur der Deibel selber.
Doch es wird besser, „A Gift Or A Curse“ setzt das erste Ausrufezeichen von „The Crucible Of Man“. Problem an der Sache ist nur, das Teil ist ne Halbballade, die für viele zu langatmig geraten ist, und an emotionale Achterbahnfahrten wie „Watching Over Me“ oder „A Question Of Heaven“ nicht rankommt. Mir gefällt der Song aber jedenfalls; im Gegensatz zu „Crown Of The Fallen“; bei dem Refrain schlafen einem die Füße ein. „The Dimension Gauntlet“ ist dann ebenfalls nix halbes und nix ganzes und ihr fragt euch jetzt sicherlich, wie zum Teufel komme ich zu meiner Bewertung, dass „The Crucible Of Man“ unterm Strich ein gutes Album ist?

Ganz einfach, wer auch immer die „Halbzeitansprache“ gehalten hat, sie hat ihre Wirkung nicht verfehlt, denn in der zweiten Hälfte von „The Crucible Of Man“ klingen ICED EARTH wie ausgewechselt. Ab der bereits bekannten Single „I Walk Alone“, der erste Song des Albums mit einer richtig tollen Hookline, geht’s Schritt für Schritt aufwärts. „Harbinger Of Fate“ ist endlich eine Ballade, die Gänsehautfaktor besitzt und das Jon Schaffer Solo setzt diesem Song die Krone auf. Dass du diesen Song so verachtest, hängt vermutlich mehr mit deiner Abneigung gegenüber Balladen an sich zusammen, als mit dem Song selber. Aber wer langsame Songs nicht mag, der wird spätestens bei „Crucify The King“ fündig, ein richtig fieser Song, der an die alten Glanzzeiten anknüpfen kann und bei dem Matt Barlow seine beste Gesangsleistung auf „The Crucible Of Man“ abliefert. Wegen diesem ergreifenden Gesang lieben so viele Metalfans diesen Mann!
Auch das galoppierende „Sacrificial Kingdom“ kann überzeugen, bevor „Something Wicked Part 3“ etwas gebremst den Endspurt einläutet. Die Ruhe vor dem Sturm sozusagen. Und die ist bitter nötig, denn „Divide And Devour“ ist einfach nur hammergeil. Schnell, heftig, treibend. Bei diesem Song wird live die Post abgehen, da bin ich sicher, da macht auch der kurze Chor nix mehr kaputt.
Mehr Songs von diesem Kaliber und man müsste über die Klasse von „The Crucible Of Man“ erst gar nicht diskutieren. Und wenn man jetzt denkt, es geht nicht mehr besser, dann setzen ICED EARTH mit „Come What May“ dem Ganzen die Krone auf. Dieses Epos mit Wahnsinnsrefrain, mit Streichern und allem Drum und Dran (na klar auch Chöre, aber die passen hier!) schließt „The Crucible Of Man“ absolut würdig ab und geht nahtlos in den instrumentalen „Epilogue“ über. 
 
Zusammengefasst bietet die neue ICED EARTH Scheibe ein Wechselspiel aus Licht und Schatten. Mit „Divide And Devour“, „Crucify The King“ und „Come What May“ gibt’s immerhin drei Songs, die das Zeug zum Klassiker haben, und eine handvoll weitere, die richtig gut geworden sind. Dass sich auch einige halbgare Songs auf „The Crucible Of Man“ eingeschlichen haben, relativiert sich etwas, wenn man die Sache aus dem Blickwinkel betrachtet, dass „The Crucible Of Man“ eine Konzeptscheibe ist. Bei vergleichbaren Veröffentlichungen war und ist das nicht anders.

Die Rückkehr Barlow’s in den Schoß von ICED EARTH hat sich zwar leider nicht positiv im Songwriting niedergeschlagen (vermutlich weil Schaffer die Songs bereits fertig hatte), ist aber ansonsten nur zu begrüßen, denn mit dieser nach wie vor charismatischen Stimme kann er einiges ausgleichen, was der Chef verbockt hat. Denn in einem Punkt muss ich meinem Kollegen im Großen und Ganzen zustimmen: Das Gitarrenspiel von Jon Schaffer wirkt überwiegend ideenlos und uninspiriert. Für eine Band wie ICED EARTH, die so von den schädelspaltenden Riffs und den faszinierenden Soli lebt, ist das ein Rückschritt. Ich glaube, Jon Schaffer braucht endlich mal einen kräftigen Tritt in den Allerwertesten, um zu spüren, in welche Sackgasse er die einstige Vorzeige Power Metal Band mit seinem Streben nach „mehr Bombast“, nach mehr „BLIND GUARDIAN“, geführt hat.

Meine Hoffnung, dass das neue ICED EARTH Werk dem im Moment am Boden liegenden Power Metal Genre neue Impulse geben könnte, haben sich leider nicht erfüllt. „The Crucible Of Man“ ist ein vernünftiges überdurchschnittliches Album, das letztendlich wie so viele andere Alben an seiner Überambitionierung scheitert. Für eine Band wie ICED EARTH ist das aber definitiv viel zu wenig, und das ist nicht nur schade für meinen Kollegen Bernie und für die alten ICED EARTH Fans sondern für ein gesamtes Genre. (Maik)

Bewertung: 7 / 10 

Anzahl der Songs: 15
Spielzeit: 59:17 min
Label: Steamhammer/SPV
Veröffentlichungstermin: 05.09.2008

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