Eternity Magazin

lizzyborden_appointmentwithdeath.jpgDer US-Amerikanerin Lizzie Borden wurde 1892 zur Last gelegt, ihre Eltern brutal mit einer Axt ermordet zu haben. Knapp 90 Jahre später fühlte sich ein weiterer Amerikaner inspiriert von der blutigen Horrorgeschichte und nannte seine personalisierte Band LIZZY BORDEN und feiert mit ihr in den 80er Jahren mit einer theatralischen Bühnenshow und rockigem Heavy Metal große Erfolge. Anfang der 90er ging die Band allerdings unter, bevor im Jahre 2000 dann das gute Comeback Album „Deal with the devil" auf den Markt kam. Wieder ganze sieben Jahre später, mit neuen Musikern, spinnt LIZZY ein komplettes Theaterstück um seinen weiteren Versuch, wieder Fuß in der Szene zu fassen. Aber irgendwie will es nicht gelingen...

„Appointment with death" beginnt dynamisch rockend mit „Abnormal", das mit seiner Attitüde und der besonderen, glasklaren Stimme von BORDEN begeistert. Kein Hit, aber ein guter Anfang zum Album, der von einem melodischen Lead geführt wird. Man kann den 80er Spirit fast riechen, Glam Rock meets Heavy Metal im Rahmen einer Horrorstory.

Doch gleich der zweite Track „Appointment with death" haut dem geneigten Hörer schon die Sicherungen durch, wie kann es sein, dass ein stets hoch gelobter Sänger wie LIZZY BORDEN sich in so vielen falschen Tönen verhadert? Vielleicht wäre es ganz anders gelaufen, wenn die Scheibe nicht in Selbstproduktion entstanden wäre! Denn abseits davon, dass „Appointment with death" mit einem guten, knackigen 80er Sound glänzt, der für Fans der Ära keine Wünsche offen lässt, hätte ein professioneller externer Produzent mit Sicherheit dafür gesorgt, dass die neue Scheibe der Kultband um einiges besser geworden wäre! Man höre sich nur das traurig verhunzten „Death in love" an... da wäre einiges drin gewesen bei sauberem, treffendem Gesang.

An den vielen schiefen Tönen hakt es auf der kompletten Scheibe. Songs wie „Bloody tears" könnte ein traditioneller Kracher vor dem Herrn sein in typischer LIZZY BORDEN Manier, wenn man darauf geachtet hätte, den Gesang auf die Instrumentierung abzustimmen. BORDEN verhaspelt sich des Weiteren viel zu oft in unnötiger Zweistimmigkeit, die seine klare, hohe Stimme mit einer zweiten, schiefen Spur erheblich runter zieht.
Leider hält die generelle Qualität der Songs von „Appointment with death" nicht das, was der Name LIZZY BORDEN verspricht. Die besten Songs wie der Opener „Abnormal", die Halbballade „Love forever", „Perfect world" oder „The darker side" schwimmen leider nur im oberen Mittelmaß, was für eine Legende einfach zu wenig ist.

Auf der anderen Seite steht die fantastische Gitarrenarbeit von Neuzugang Ira Black (schon bei VIVIOUS RUMORS, HEATHEN, METAL CHURCH in Erscheinung getreten), die die wahren Akzente des Albums setzt! Tierisch rockende Riffs und versierte, verspielte Soli lassen die Münder offen stehen! Außerdem kann man es BORDEN zu Gute halten, dass er es unter ganz wenigen geschafft hat, ein gnadenlos nach 80er klingendes Album einzuschustern. Hier fließt Tradition der alten Schule durch die Boxen!

Unter Strich, wenn man die Positiva und Negativa des Albums gegeneinander aufrechnet, bleiben gemischte Gefühle über. Traditionsmucke mit fantastischer Gitarrenarbeit gegen mittelmäßige Songs und immer wieder schiefem Gesang. Da gewinnt wohl nur für den Fan ersteres. Somit lässt sich unken, dass LIZZY BORDEN mit „Appointment with death" keine neuen Fans gewinnen werden und allenfalls alteingesessene Freaks von dieser Platte begeistert sein werden. Schade drum, freuen wir uns lieber auf die folgenden Liveauftritte der Band mit viel Show und hoffentlich wenigen neuen Songs. (Bernie)

 

Bewertung: 6 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 57:50 min
Label: MetalBlade Records
Veröffentlichungstermin: 02.11.2007

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