primordial_tothenamelessdead.jpgPRIMORDIAL waren immer schon ein extremer Fall für sich. Irgendwo im Black Metal angesiedelt begeistern die Iren mehr und mehr Unschwarze mit ihren vollkommen eigenständigen Sound. Drei Jahre sind nun seit dem letzten Album „The gathering wilderness" vergangen und man könnte fast behaupten, dass diese Jahre auch notwendig waren, um komplett durch dieses dichte Werk durch zu steigen. Die Zeit war nun Reif für Werk Sieben, namentlich „To the nameless dead".

Wo „The gathering wilderness" noch vor Melancholie triefte, ist das neuste Werk wieder ein Hassklumpen sondergleichen geworden, der einen Hass birgt, der aus den tiefsten Tiefen der Seele zu kommen scheint. „Empire falls" packt den Hörer wie eine unsichtbare, kräftige Hand direkt am Herzen und reißt ihn mit in eine Welt voll Schmerz und Hass, wo der Kampf ums nackte Überleben an der Tagesordnung steht und nur derjenige sich behaupten wird, der bereit ist, sich mit vollem Herzen einzusetzen.
Eine Blaupause für PRIMORDIAL's Sound. Weit, weit weg von jeglichem Trend, sich gegen alles stellend, was kommen mag. Rohe, pure Musik voll Leidenschaft, direkt aus dem Herzen. Wie der irische Krieger, der sich auf die grünen Hügel kniet, seine Fäuste gen Himmel reckt und sich gegen die Welt verschwört.

Die Songs auf „To the nameless dead" strömen wie ein reißender, eiskalter Fluss durch irische Gebirge unaufhaltsam im mittleren und langsamen Tempo durchs Gestein, bahnen sich ihren Weg durch uralte Felsen. Gnadenlos und ohne Unterhalt malen sie sich ihren Weg zu ihrem unbekannten Ziel. Weitestgehend ausgespielte Akkorde, Songstrukturen, die jegliches Schema missachten und trotzdem im Ganzen eine rohe, erbarmungslose Soundwand ergeben, die alles zerdrückt, was im Wege steht. Voll irischer Tradition, die sich musikalisch manifestiert in wunderschönen Melodien („Heathen tribes") und dem einzigartig klagenden Gesang von A.A. Nemtheanga.

Hits sind nicht das Ziel der Iren. Kein Song sticht besonders hervor, nur das Ganze ist von Bedeutung, Pausen zwischen Songs sind irrelevant, entweder man betrachtet das Komplettwerk oder man hält seine Ohren fern von PRIMORDIAL. Die Iren sind nicht nach einem Durchlauf zu Begreifen, derer benötigt es unendlich viele, immer wieder werden neue versteckte Emotionen geweckt in ewig langen Songs wie „As rome burns".
Verzweiflung mischt sich mit purer Aggression, die stets von einem unerklärlichen, aber unbändigen Willen, kanalisiert werden. So sehr die Emotion auch hoch kocht, das Ziel bleibt vor Augen, Chaos wird entfacht, nur um es wieder zu kontrollieren. „To the nameless dead" lässt die Seele schreien, verwirrt und begeistert den Hörer zugleich und treibt ihn an, immer weiter, bis der Schrei der Seele die Lippen erreicht und den Körper verlässt.

Lasst „To the nameless dead" euch ergreifen, packen und fortziehen. Spürt die Leidenschaft einer einzigartigen Band und lasst euch von ihr erfüllen, in jeder Faser eures Körpers. Nehmt euch die Zeit, dieses fantastische Werk zu fassen, es wird dauern, aber wenn euch unter Songs wie „Failures burden" oder "Traitors gate" gepackt haben, werden sie euch nie wieder loslassen.
Lasst euch von PRIMORDIAL fortreißen, fort zu dem, was wirklich zählt im Leben und so viele vergessen haben, Leidenschaft und Hingabe. (Bernie)

 

Bewertung: 9,5 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 54:49 min
Label: MetalBlade Records
Veröffentlichungstermin: 16.11.2007

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