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Ein wahnsinniger Kult umgibt NIFELHEIM schon seit ihrer Gründung im Jahre 1990. Schon damals war die Band um die Zwillinge Tyrant und Hellbutcher (nein, ihre Mama hat ihnen auch ganz traditionelle Namen gegeben) bekannt für ihren kompromisslosen Old School Black Metal, der fest in den beginnenden 80ern verwurzelt ist. Im 2. Jahrtausend begann NIFELHEIM dann endlich, mit zwei NECROPHOBIC Recken an den Gitarren, live zu spielen und garantiert seither für eine leidenschaftliche Show voll grundehrlichem Black Metal.

Album Nummer 4 in der 17 jährigen Bandgeschichte, „Envoy of Lucifer", wartet mit genau dem auf, was man von der Band erwartet. Schwarzkunst der alten Schule, durch die man den manischen Hang zu schwarzem Leder und Nieten, vor allem viele, viele Nieten, jede Sekunde durchhört. „Old School as fuck" heißt die Devise und das nicht nur in Punkto Songwriting, womit Soundfetischisten oder Hörer, die die Idee des alten Black Metals nicht verstehen wollen, gleich schon einmal vorgewarnt sein sollen!
„Envoy of Lucifer" ist gespickt mit Timingungenauigkeiten, „First-take" Fehler und auch im Allgemeinen ist die Produktion wirklich nicht als Referenz für irgendjemanden zu gebrauchen. Alles klingt extrem roh und wie in einer Nacht eingespielt. Ohne den Kultstatus und die Klasse der Songs würde die Produktion heutzutage nicht mal als Underground Demo durchgehen.

Aber genau das ist es, was NIFELHEIM wollen, den puren Sound des Black Metals, nichts beschönigt, die reine Kraft und Leidenschaft des ersten Moments. Die Norweger lassen die 80er wieder auferstehen und holzen sich mit viel Gespür für eingängige Melodien und der typischen einzigartigen Black Metal Atmosphäre durch „Envoy of Lucifer", wobei der Hit „Gates of damnation", das flotte, dynamische „Storm of the reaper", das straighte „Evil is eternal" und zum Abschluss das fast schon epische „No more lies" ganz besonders hervor stechen. Fans dieses Genres sollten bei genannten Perlen völlig in Verzückung zergehen, NIFELHEM verstehen es auch heute noch wie keine andere Band, den Spirit der alten VENOM, SODOM, KREATOR, DESTRUCTION und Konsorten zu intonieren.
Denn neben der durchdringenden Black Metal Kante darf natürlich der Einfluss des frühen deutschen Thrash Metals für die Black Metal Szene der 90er Jahre nicht in Vergessenheit geraten. NIFELHEIM huldigen genau dieser Zeit mit Songs wie „Infernal flame of destruction" und „Belial's prey".

Allen Unkenrufen zu Trotz, dass ein solcher Sound in der heutigen Zeit nichts mehr verloren hat, beweisen NIFELHEIM, dass das genaue Gegenteil der Fall ist. Wo überproduzierte, trendverseuchte Massenwerke den Markt überfluten und so viel Metal versprühen wie die Fußnägel des Papstes, tut es einfach gut, eine Platte wie „Envoy of Lucifer" aufzulegen. Nach anfänglichem Erschrecken, wie roh und pur das Ganze aus den Boxen knarzt, füllt es das Herz des wahren Metallers schnell mit heißer Leidenschaft und bewegt den Mittelfinger rasant nach oben, um ein lautes „Total death, Fuck Off" auszustoßen!

Diese Scheibe ist bestes Futter für alle, die dem ursprünglichen Metal der 80er huldigen und ihn zu Recht verehren. Wer sich Metaller schimpft und bei dem Begriff „Heavy Metal" an weitaus anderes denkt als sich mit anderen Vollaffen im Pit gegenseitig die Füße ins Gesicht zu pfeffern, sollte „Envoy of Lucifer" antesten und mit dem Herz zuhören, dann werdet ihr spüren, warum NIFELHEIM von solch einem Kult umgeben sind. Großartig! (Bernie)

 

Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 44:05 min
Label: Regain Records
Veröffentlichungstermin: 19.11.2007

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