Eternity Magazin

maroon_thecoldheartofthesun.jpgOh je, schon wieder ne deutsche Metalcore Band, diesmal sogar ausm Östn, was solln das schon werden blablubbb...
Ja, die Metalgemeinde kann Breakdowns nicht mehr hören, zu viele unsäglich schlechte und ärgerlich un - innovative Bands überschwemmen den Markt und verschaffen einem ganzen Genre, das viel versprechend begann, Tag um Tag ein schlechteres Image.
Gut, dass MAROON mit ihrem Neuesten da so garnicht reinpassen...

Holla die Waldfee, was ist denn hier kaputt? Der „The cold heart of the sun" beginnt gleich mit einem dreistflotten Blastbeat und einem progressiv angehauchten Riff, bevor ein mitreisend symphonischer Chorus, mit atmosphärischen Klängen hinterlegt, das Geprügel unterbricht. Der Opener „Reacht the sun" haut einem das Blech gleich zu Beginn sowas von weg, dass man ein Weilchen brauchen sollte, um sich zu erholen. Denn neben dem Genannten glänzt der Track mit einigen absolut fiesen Death und Thrash Metal Riffs, die stilecht von breaklastigen Drumming inszeniert werden. Wou, das hätte ich nicht erwartet!

MAROON „klauen" sich aus allen Stilen unserer geliebten Musik das Beste zusammen, um daraus einen eigenen Stil zu kreieren, der spätestens ab dieser Langrille die Band einzigartig wieder erkennbar macht! Death, Thrash, Metalcore, Melodic, Power Metal, keine Band vereint so verschiedene Stile zu einem eigenen Sound wie die Marooner. „Only the sleeper left the world" zum Beispiel begeistert mit einem Maidenesken Mittelpart, nur um dann wieder so richtig einen aufs Maul zu geben und später in einen ultra groovenden Breakdown zu fließen...

Der Hauptkritikpunkt zum letzten Album „When worlds collide" von meiner Seite aus, waren die zu sehr konstruierten und gezwungenen Breakdowns, die es einem Normal - Metaller fast unmöglich machten, auf volle Distanz dem herrlichen Mix zu lauschen. Auf „The cold heart of the sun" ist dieser Fehler mit wohltuender Vehemenz ausradiert, die typischen Metalcore/Hardcore Groove Parts sind sinnvoll eingebaut und die Parts fließen nahtlos und angenehm ineinander über! Ein wahrlich homogener Sound und das bei der Vielfalt an unterschiedlichen Parts.
Ohne die Metalcore Trademarks kommen MAROON natürlich auch 2007 nicht aus, besonders „My funeral song" lässt dem Moshpit live wohl keine Sekunde Ruhe. Wenn man sich aber den bewegenden, vor Emotionen nur so strotzenden Solo Part von „Steelbath your heart" anhört, der den puren Metal verkörpert, dann möchte man schreien ob der sicheren Menge von Menschen, die diese fantastischen Parts verpassen, nur weil Sänger Andre kein reinrassiger Growler ist und Teile der Band ihre Hardcore Wurzeln nicht verleugnen. Sehr schade um diese großartige Musik!

Die Zweiteilung der Band in zwei reinrassige Metaller und zwei recht typische Hardcoreler (plus neutralem Drummer *g*) schafft immer wieder verwirrte und fragende Blicke in der Zuschauermenge. Genau diese Zusammensetzung ist aber dafür verantwortlich, dass MAROON in dieser Stilvielfalt musizieren, die ihnen so schnell keiner nachmacht! Viele Bands vereinen zwei oder drei Stile miteinander, „The cold heart of the sun" holzt aber dermaßen souverän in der Schnittmenge regelrecht ALLER Metal Hauptrichtungen, dass es eine wahre Freude ist, dieser Platte zu lauschen.
Die symphonischen - atmosphärischen Parts, die die Jungs immer wieder einfließen lassen, ganz besonders zu hören in „Black Halo", setzen dem Ganzen das Häubchen auf. Einen Rausschmeißer wie „Some goodbyes are farewells" hätte man von einer Metalcore Band auch nicht gerade erwartet! Epic pur!!

Ja, MAROON machen Metalcore und ja, MAROON würzen auch wie zig andere in diesem Genre ihre Songs mit immer wieder ähnlich klingenden Breakdowns. Das mögen Gründe sein für manche, diese Band zu meiden!
Ein großer Fehler, wenn man sich „The cold heart of the sun" mal mit offenem Geist zu Gemüte führt. Hier wird für jeden etwas geboten und die Platte beinhaltet durch die Bank wahnsinnig gute Songs! Ich habe es erkannt, ihr könnt es auch erkennen, diese Scheibe ist es wert, von jedem angetestet zu werden. Macht euch frei von Vorurteilen, die ich mehr als andere gegenüber der Band hatte, und genießt einfach diese großartige Scheibe voll METAL! MAROON überholen mit „The cold heart of the sun" locker weitaus angesagtere Bands wie CALIBAN in Punkto Vielfalt, Abwechslung und Ideenreichtum! Leute, diese Platte ist ein wahrer Killer! (Bernie)

 

Bewertung: 9 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 45:14 min
Label: Century Media Records
Veröffentlichungstermin: 22.10.2007

 

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