| Obituary - Xecutioner's Return |
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Die Floridaner hat wohl irgendetwas gestochen, dass sie plötzlich vom drückenden Groovemonster zur rasenden Geschwindigkeit übergegangen sind. Ja, unglaublich aber wahr, die SlowMo Death Walze haut hier einen flotten Kracher nach dem anderen raus. Im Prinzip nicht schlecht, weil auch Songs wie „Lasting presence" oder besonders „Seal your fate" immer noch besser sind, als alle Nachmacherbands dieser Welt. Doch will man solche eine Raserei von OBITUARY überhaupt hören? Sind es nicht gerade Songs wie „Final thoughts", „I don't care" oder „Insane", die die Band weltweit berühmt gemacht haben und mit denen sie einen ganz eigenen primitiven Stil entwickelt hat? Nun, was macht die Platte nun zu dem zweischneidigen Schwert, von dem ich gesprochen hatte? Was auch als positiv gewertet werden kann, sind die versierten Soli, die Mr. Santolla in jedem Song raus haut. Der Mann kann, was er schon bei ICED EARTH und DEICIDE eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat! Auf der anderen Seite könnte man mit Recht behaupten, dass diese Soli keinen Platz im dichten OBITUARY Sound haben und die Einfachheit, die den brechenden Groove der Band ausmacht, durchbricht. Die neuen Soli sind Geschmacksache, das muss jeder Hörer für sich selbst entscheiden, die Qualität an sich ist Santolla - typisch erste Klasse. Das, was den neusten Florida Output schlussendlich zu einem zweischneidigen Schwert macht, ist der furchtbare Sound! OBITUARY waren bisher bekannt für einen von Jim Morris gezauberten, absolut fetten, drückenden Sound, der ihre simplen Riffs so gnadenlos aus den Boxen presste, dass man nur vor Freude niedergehen konnte. Was die Floridaner auf „Xexecutioners return" abliefern, wäre vielleicht gerade für ein Debütalbum aus dem Jahre 1990 gut genug. Die Gitarren klingen so dumpf und kraftlos, wie im Proberaum mit einer defekten Gitarre und einem 150 Euro Amp eingespielt und das Schlagzeug enttäuscht mit völlig Hallüberlaufener Snare. Der Gesamtsound des Albums klingt nach einer selbst für das Jahr 2007 bedenklichen Underground Produktion. Nach dem Brechersound der letzten Platte „Frozen in time" eine herbe Enttäuschung. Was bleibt? Zusammengefasst eine weitere OBITUARY Platte, die wahrscheinlich auch wieder jeden Fan erfreuen wird. Fakt ist allerdings, dass „Xecutioner's return" deutlich hinter den Highlights der Band steht und es zu hoffen bleibt, dass dies ein soundtechnischer Ausrutscher der Band war. Fans können zugreifen, wer aber kein beinharter Fan ist, sollte sich die Scheibe vorher auf jeden Fall anhören, sonst ist die Enttäuschung nachher zu groß. Alles in allem ein ganz gutes Album. (Bernie) Anzahl der Songs: 11
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