Eternity Magazin

obituary_xecutionersreturn.jpgOBITUARY sind eine Legende! Das ist Fakt. Wenige Bands haben den groovenden Death Metal so stark geprägt wie die Floridaner und maßgeblich hunderte von Fans beeinflusst. Allen voran SIX FEET UNDER, zu denen zu Anfang auch Gitarrist Allen West gehörte, der nun wegen nicht zu überwindender privater Probleme auch bei seiner Hauptband ausgestiegen ist. Sein Ersatzmann: niemand geringeres als Tausendsassa Ralph Santolla.
Die neue Scheibe namens „Xecutioner's return" ist allerdings ein äußerst zweischneidiges Schwert geworden...

Die Floridaner hat wohl irgendetwas gestochen, dass sie plötzlich vom drückenden Groovemonster zur rasenden Geschwindigkeit übergegangen sind. Ja, unglaublich aber wahr, die SlowMo Death Walze haut hier einen flotten Kracher nach dem anderen raus. Im Prinzip nicht schlecht, weil auch Songs wie „Lasting presence" oder besonders „Seal your fate" immer noch besser sind, als alle Nachmacherbands dieser Welt. Doch will man solche eine Raserei von OBITUARY überhaupt hören? Sind es nicht gerade Songs wie „Final thoughts", „I don't care" oder „Insane", die die Band weltweit berühmt gemacht haben und mit denen sie einen ganz eigenen primitiven Stil entwickelt hat?
Zugegebenermaßen finden sich auch auf „Xecutioner's return" einige typische Florida Walzen wieder, wenn man sich zum Beispiel das geile „Drop Dead", „Second chance" oder „Bloodshot" anhört.

Nun, was macht die Platte nun zu dem zweischneidigen Schwert, von dem ich gesprochen hatte?
So gesehen kann man sich freuen, dass OBITUARY nun seit „Slowly we rot" endlich mal wieder aufs Gaspedal treten und ein paar geile, flotte Killerperlen auf die Menge los lassen, die live bestimmt für so einiges Chaos im Moshpit sorgen werden. Auf der anderen Seite gibt es auch bestimmt viele, die diese Geschwindigkeit bei OBITUARY für unpassend erachten. Fakt ist, dass die Mischung auf „Xecutioner's return" wirklich ganz gut getroffen ist und die Band ein wenig Abwechslung ins ewige Gegroove bringt und somit den typischen Bandsound eine Frischzellenkur verpasst!

Was auch als positiv gewertet werden kann, sind die versierten Soli, die Mr. Santolla in jedem Song raus haut. Der Mann kann, was er schon bei ICED EARTH und DEICIDE eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat! Auf der anderen Seite könnte man mit Recht behaupten, dass diese Soli keinen Platz im dichten OBITUARY Sound haben und die Einfachheit, die den brechenden Groove der Band ausmacht, durchbricht. Die neuen Soli sind Geschmacksache, das muss jeder Hörer für sich selbst entscheiden, die Qualität an sich ist Santolla - typisch erste Klasse.

Das, was den neusten Florida Output schlussendlich zu einem zweischneidigen Schwert macht, ist der furchtbare Sound! OBITUARY waren bisher bekannt für einen von Jim Morris gezauberten, absolut fetten, drückenden Sound, der ihre simplen Riffs so gnadenlos aus den Boxen presste, dass man nur vor Freude niedergehen konnte. Was die Floridaner auf „Xexecutioners return" abliefern, wäre vielleicht gerade für ein Debütalbum aus dem Jahre 1990 gut genug. Die Gitarren klingen so dumpf und kraftlos, wie im Proberaum mit einer defekten Gitarre und einem 150 Euro Amp eingespielt und das Schlagzeug enttäuscht mit völlig Hallüberlaufener Snare. Der Gesamtsound des Albums klingt nach einer selbst für das Jahr 2007 bedenklichen Underground Produktion. Nach dem Brechersound der letzten Platte „Frozen in time" eine herbe Enttäuschung.

Was bleibt? Zusammengefasst eine weitere OBITUARY Platte, die wahrscheinlich auch wieder jeden Fan erfreuen wird. Fakt ist allerdings, dass „Xecutioner's return" deutlich hinter den Highlights der Band steht und es zu hoffen bleibt, dass dies ein soundtechnischer Ausrutscher der Band war. Fans können zugreifen, wer aber kein beinharter Fan ist, sollte sich die Scheibe vorher auf jeden Fall anhören, sonst ist die Enttäuschung nachher zu groß. Alles in allem ein ganz gutes Album. (Bernie)

 
Bewertung: 7,0 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 40:45 min
Label: Candlelight Records
Veröffentlichungstermin: 24.08.2007

 

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