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Welch seltsamer Name, „Armamentarium", die Herkunft des Titels sollte später in einem Interview mal näher erläutert werden...
Das neuen NEAERA Album wirft also schon jetzt Fragen auf. Die Musik auch, denn hierbei handelt es sich um das „Make it or break it" Album Nummer Drei der jungen Band aus Münster, die bereits eine beispiellose Karriere hinter sich haben. Zur Geschichte gibt es auch mehr im letzten Interview mit der Band, das ihr hier lesen könnt ;-).
Aber nun zum Album, wie ist es geworden?

Oh mein Gott, was ist das denn??
Was ist denn mit NEAERA los? Spinnen die?

Das Riff zum Opener „Spreading the spawn" drückt mit einer Gewalt aus den Boxen, dass es einem die Gedärme im Magen verzwirbelt. Meine Fresse, das hätte man nun wirklich nicht erwartet. Was ein Brett!
Was zum Geier ist Metalcore? Hier regiert der pure Death Metal! Und die Rede ist hier nicht vom üblichen Weichspüler IN FLAMES Metal, oh nein, hier gibt's so was von eins in die Fresse, dass es nach Tagen noch zwickt. Die donnernden Blasbeats in „Tools of greed" werden auch nur wenige erwartet haben.

NEAERA haben sich nun endgültig von ihren bisher eh nur marginalen Core Anleihen befreit und fahren das volle Death Metal Brett! Zuträglich ist die sich stets verbessernde Stimme von Sänger Benny Hilleke, der auf dem Album Nummer Drei so fies kreischt, wie nie zuvor (Kleine Anekdote: Produzent Jacob Hansen treib den Shouter zu immer mehr Takes an und machte ihn teils so rasend vor Wut, dass der Gesang auf „Armamentarium" dementsprechend wütend klingt, der Mann weiß, wie man's macht!) und auch die Growls werden öfter eingesetzt als noch zu „Let the tempest come" und wirken schon um einiges kräftiger, wenn in dieser Hinsicht auch trotzdem noch einiges zu tun bleibt. Vielleicht sollte sich Benny mal mit entsprechenden Old School Death Metal Sänger zusammensetzen und sich Tipps holen, denn der Weg, den die Münsteraner zurzeit gehen, führt so klar in die richtige Richtung, dass ein wenig Schub in Sachen Stimme nichts schaden kann!

„Synergy" offenbart die typischen NEAERA Uff-Zäck Passagen, die in eine melodische Bridge münden, aber alles klingt irgendwie fetter, ein Groll aus weiter Tiefe, Jacob Hansen hat hier eine gigantische Arbeit abgeliefert und den Jungs einen perfekten und einfach nur höllisch drückenden und schiebenden Sound gezimmert! SO muss moderner Death Metal klingen! Besonderen Wert hat Hansen wohl auf die Overheads gelegt, die so glasklar und sauber klingen wie selten, manchmal sogar ein wenig zu dominant, aber das bleibt Geschmacksache, vielleicht hat Drummer Sebastian Heldt da ein bisschen forciert ;-).

Doublebass Flutwellen mit fast schon Black metallischer Gitarrenführung, die von BOLT THROWER Brecher Riffs abgelöst werden, bietet „Harbinger". Fett, fett ,fett!
Ich bin übrigens nicht von der Band engagiert worden, um „Armamentarium" über den grünen Klee zu loben, das Album ist tatsächlich so gut! Hört euch diesen fleischigen Schinken an, dann wird euch  beim ersten Durchlauf schon das Wasser im Mund zusammen laufen.

Ein Killer jagt den anderen, wenn auch Überhits wie „Walls instead of bridges", die über den Rest herausragen, fehlen. Dafür zerdeppert einem jeder Song einzeln die Kauleiste. Wer braucht da einen Song, der besser ist als andere, wenn alle Songs killen?
Somit macht es nicht viel Sinn, einen einzelnen Song heraus zu nehmen sondern eine generelle Empfehlung fürs komplette Album auszusprechen!
Eine kleine Überraschung gibt es aber beim Rausschmeißer „Liberation", der regelrecht Black metallische Anleihen entpuppt. Benny kreischt hier zu Beginn in bester Shagrath Manier, mehr davon bitte!!

„Armamentarium" ist als drittes und wichtigstes Album von NEAERA ein absoluter Hammerschlag geworden, der jeglichen Core ausradiert und den puren Metal zelebriert, wenn auch Metal der modernen Sorte. Zulegen sollte sich diese Platte praktisch jeder, der mit härterer Mucke was anzufangen weiß. Hier ist für jeden Hartwurstler was dabei! Zugreifen! BANGEN!! (Bernie)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 52:58 min
Label: MetalBlade Records
Veröffentlichungstermin: 24.08.2007

 

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