theabsence_ridersoftheplague.jpg Als "TESTAMENT für das 21. Jahrhundert" werden THE ABSENCE gefeiert. Das MetalBlade Debüt „From your grave" aus dem Jahre 2005 hat nicht wenige der Kritiker überzeugt und nun schicken sich die Floridaner an, mit ihrem neuen Langeisen „Riders of the plague" auch den Rest zu überzeugen und ihren Namen bekannt zu machen. Was ihnen wohl zweifellos gelingen wird.

Allerdings ist es nicht TESTAMENT, die dem Hörer gleich zu Beginn des Openers und Titelsong in den Kopf springt, sondern niemand anders als ARCH ENEMY! So eindeutig klingt die Leadgitarre nach den Amott Brüdern! Da gibt es keinen Zweifel, wer die Amis am meisten beeinflusst hat. TESTAMENT möge man heraus hören, wenn man es denn unbedingt will, die Referenz Nummer Eins heißt allerdings ARCH ENEMY!

 Vor allem „Dead and gone", das sich zu einem der Hits des Albums entwickelt und mit einem tollen, eingängigen Refrain aufwartet, klingt fast schon geklaut. Zu sehr klingen die Leads nach den Vorbildern, selbst Sänger Jamie Stewart hat lustigerweise einen ähnlichen Tonus in der Stimme wie Angela Gossow. Wobei man zugeben muss, dass der Amerikanische Kollege um einiges mehr Power und Tiefe in der Stimme hat (nichts gegen Angela!!).
Allen Ähnlichkeiten und, wenn man ihnen böse will, gestohlenen Stilmerkmalen zu Trotz ballern THE ABSENCE mit ihrem MetalBlade Zweitling ein grandioses Album auf die Zuhörerschaft. Die Qualität der Songs stimmt von vorne bis hinten. Musikalisch gibt's gar nix zu meckern, da stehen die Floridaner ihren Vorbildern in nichts nach (was schon mal großen Respekt abverlangt!). Es bleibt stets abwechslungsreich und interessant im Wechsel zwischen beinhartem Death Metal schwedischer Marke, Thrash (ein wenig TESTAMENT von mir aus) und viel Melodie, vor allem mit eingängigen Amott'schen Gitarrenleads (mein Gott, sogar der Gitarrensound klingt nach dem schwedischen Rotschopf).

Schweden hat es THE ABSENCE ganz besonders angetan, so klingt das Lead in „Echos" exakt nach IN FLAMES. Wenn diese doch immer noch so gute Musik schreiben würden, aber nein...
Wenn ARCH ENEMY so elend nieder gegangen wären wie IN FLAMES, könnten THE ABSENCE gleich beide beerben und ihre Linie weiter führen. Dieser Song könnte locker auf „Whoracle" oder „The jesters race" stehen ohne aufzufallen. Der absolute Wahnsinn! Es sei jetzt schon eine Empfehlung ausgesprochen an alle, deren Magengeschwür seit „Clayman" von Album zu Album wächst, hier bekommt ihr, was ihr seit Jahren so sehr vermisst! Der Sound der Amis wird von Song zu Song schwedischer, so schwedisch, wie es viele Schweden schon nicht mehr schaffen. „World divides" könnte ohne weiteres auf „Anthems of rebellion" stehen.

 Wenn eine Band sich so sehr an dem Stil anderer orientiert wie THE ABSENCE, dann resultiert daraus meistens eine gesichtslose Kopie, bei der sich die Ursprüngler im Grabe wälzen würden, wenn sie denn schon tot wären. Die Floridaner schreiben und spielen allerdings auf einem Schwindel erregend hohem Niveau, das locker an die genannten Vorbilder ran kommt und teils sogar übertrifft.
Wie man allerdings unbedingt auf TESTAMENT als Referenz kommt, ist mir wirklich völlig unklar! Gerade wo die Anleihen zu ARCH ENEMY so deutlich ins Auge springen, dass man sich nun wirklich nicht dagegen wehren kann. Eindeutiger kann es gar nicht mehr sein! Öl ins Referenzfeuer gießen THE ABSENCE allerdings mit der sehr tight und brutal gezockten Version von „Into the pit".

Trotzdem sei jedem ARCH ENEMY und melodischem Schwedentod Fan THE ABSENCE empfohlen, hier bekommt ihr, was ihr wollt! Und noch mehr! Wenn auch beim nächsten Mal ein klein wenig mehr Eigenständigkeit schön wäre, ist „Riders of the plague" ein tolles Album geworden!

 

Bewertung: 8,0 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 55:26 min
Label: MetalBlade Records
Veröffentlichungstermin: 10.08.2007

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