Eternity Magazin
SIGH? Noch nie gehört. Warum eigentlich nicht? Die Japaner wurden 1993 von niemand geringerem als Euronymous (MAYHEM) entdeckt und für dessen Label verpflichtet. Der Kult, der die Band umschwirrt, lässt sich vor allem darin festmachen, dass kein Album wie das andere klingt, „Gallows gallery“ kam noch als Art Powermetal mit cleanem Gesang daher, wobei der neuste Output „Hangman's Hymn“, der nunmehr siebte Longplayer, fies auf die Schnauze hämmert… …aber nicht ansatzweise, wie man sich das vielleicht vorstellen mag. Der Untertitel des Albums lautet „musikalische Exequien“, was auch immer das bedeuten mag, es sorgt dafür, dass dieses Album in Einzigartigkeit nicht zu übertreffen ist.
Gefangene stehen nicht auf der Liste der Japaner, „Introitus/Kyrie“ legt gleich mit einer Geschwindigkeit und rohen Gewalt los, dass es einem die Schuppen vom Schädel zwirbelt! Was ein Start, es prasseln erst einmal viel zu viel Informationen auf den Hörer ein, Fragen stellen sich: „Wat is dat denn?“, „Warum denn dies?“, „Wo is mein Kaffe?“, „Nur noch 5 Minuten Mama“… bei diesem Anfang kann man nur völlig verwirrt die Fassung verlieren. Ein chaotischer Wust aus Thrash/Death Metal Riffs, Black Metal Vocals und man glaubt es kaum, symphonische, bombastische klassische Musik. Zusammengefügt zu einer Mixtur, die passt wie die Wurst aufs Brot. Gen Ende gibt es dann eine kleine klassische Verschnaufpause, um sich wieder ein wenig zu ordnen. Was hat mich denn da bitte schön mit 200 Sachen angefahren?

Lange Zeit zum Atmen bleibt allerdings nicht, denn „Inked in blood“ geht auf gleiche Art und Weise voll auf die 12 los. Was tun die da? Vollkommene, total irre Zerstörung. Nachdem man so langsam den Rhythmus gefunden hat, merkt man plötzlich, wie unfassbar geil dieser Sound doch ist. Um den ganzen Umfang dieses Chaos zu fassen, bedarf es mit Sicherheit ein paar Durchläufe, dann wird auch der größte Zweifler bekennen. „Hangman’s Hymn“ wird nach jedem Hören besser und klettert stetig die Punkteskala nach oben.
Die Japaner kreieren einen wahnwitzigen Irrsinn in Form einer Metal meets Klassik Oper. Oh wie spannend, Metal meets Klassik, ganz neue Idee… Ja, es gibt zig Projekte mit solch einem musikalischen Hintergrund, aber es lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass SIGH hier keine neuen Kapitel, sondern ganze Bücher aufschlagen.

Auf unerklärliche Art und Weise schaffen es die irren Japaner in jedem Song eine Hookline einzubauen, die einen mitreißt wie ein Orkan. Dabei sollten die Songs doch eigentlich bei der nicht wechselnden rasenden Geschwindigkeit etwas eintönig klingen. Von wegen. Faszinierend eingängige Leads und sehr passend intonierten Streicher und Bläser fungieren mit immer wieder kehrenden völligen irren Geräuschen, die den reinen Wahnsinn produzieren und jeden Song zu einem puren Klangerlebnis werden lassen. Auch nach dem zigten Hören fallen immer wieder Kleinigkeiten auf, die faszinieren.

Wenn man nach Einzigartigkeit bewertet, müssten SIGH hier volle Punktzahl erhalten, keine Frage. „Hangman’s Hymn“ hat allerdings ein gravierendes Problem: die Produktion. Während die klassischen Parts sehr klar und deutlich klingen, geht die Rhythmusgitarre oft völlig unter. Kratzig und alles andere als durchdringend kommt sie gegen den restlichen Bombast kaum an. Sehr schade, denn das muss Minuspunkte geben.
Aber was soll’s, SIGH haben hier ein hoch aufregendes Werk veröffentlicht, dass sich jeder anhören sollte, denn hier lässt sich wirklich etwas Einzigartiges, wenn auch total wahnsinniges verpassen und vor allem eins, nämlich eine gigantische Menge guter Laune, denn Wahnsinn macht Spaß . SIGH sind bekloppt, werden euch aber glücklich machen, Kaufen! (Bernie)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: ..:.. min
Label: Osmose Productions
Veröffentlichungstermin: 14.06.2007
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