TRELLDOM, eine typische Black Metal Story. Gegründet vor langer Zeit 1992, die erste Scheibe kam drei Jahre später im Jahre 1995 und 2007, ganze 17 Jahre später folgt nun das Album Nummer zwei. Optisch hält man sich auch ans gängige Schema, wenn auch hier ausnahmsweise kein verschneiter Wald herhalten muss, sonder ein weißes Hügelchen ausreicht, über den die drei Herren in schwarzer Gewandung spazieren. Einer davon heißt Gaahl… Ja, der Gaahl, der in letzter Zeit mehr Tage im Gefängnis verbringt, denn Musik mit seiner Hauptband GORGOROTH zu machen. Aber lassen wir uns von der Klischee triefenden Geschichte drum herum nicht die Augen bzw. Ohren verkleben. Auf zur Musik, denn gerade hinter solch einer Story versteckt sich nicht selten eine absolute Perle des Black Metals.

Tja, hier allerdings nicht.
Der Opener und Titeltrack „Till Minne…“ offenbart noch hier und da ein paar Licks, darunter ein sehr feines Gitarrenlead und interessante Vocals, teils gesprochen, in Norwegisch. Aber bereits hier habe ich immer mal wieder das Gefühl, mein Handy würde klingeln, was nicht sein kann, mich ruft ja keine Sau an…
Spaß bei Seite, die Geräuschkulisse, die TRELLDOM hier in ihren Opener einfließen lassen, stört extrem den Hörfluss und lässt den Finger gen SKIP Taste flitzen.

Weiter geht’s zwar durchaus kalt und roh, aber der Funke springt auch nach mehrmaligem Hören nicht über. Gaahl stellt mit seinem Gesang im Prinzip die interessanteste Komponente im TRELLDOM Sound dar. Und viel ist das nicht, denn trotz aller Varianz, hier fehlt es einfach an dem Grad an Leidenschaft, den man im rohen Black Metal braucht. Leidenschaft will ich der Truppe nicht unbedingt absprechen, aber sie schaffen es nicht, sie dem Hörer weiter zu geben. Da hat man von THRONE OF KATHARSIS und Konsorten in letzter Zeit um einiges mehr an Hass, Seele und purer Schwärze bekommen. Gemessen an besagten und beispielsweise der neuen MARDUK stinkt TRELLDOM hoffnungslos ab…

Bis auf die Reminiszenz an RUNNING WILD im Anfangsriff von „From this past“ und den ab und an zu hörenden Effekten plätschert „Till Minne…“ nur so dahin und bietet leider kein nahreiches Futter für den Black Metaller. Es fehlt der mörderische Groove von HELLHAMMER, das pure Böse von VENOM, man verspürt einfach keinen Spirit in diesem Album.
Der Grund, warum diese Rezension inhaltlich nicht sehr opulent ausgefallen ist, liegt daran, dass auch eben dieses Album kaum wirklichen Inhalt enthält. Böse Zungen würden behaupten, dass TRELLDOM ohne die Reverenz Gaahl dieses Album nicht auf einem so renommierten Label veröffentlicht hätten… dem möchte ich mich anschließen. Klaffende Löcher an den wichtigsten Stellen machen „Till Minne…“ zu einem recht belanglosen Album, das sich nur beinharte Fans und Gaahl Anhänger (was das auch immer für Leute sein mögen) zulegen sollten. (Bernie)

Bewertung: 4 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 39:11 min
Label: Regain Records
Veröffentlichungstermin: 28.05.2007
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