„Es wäre DETONATION zu wünschen, dass sie ihre Stärken (Geschwindigkeit, melodische Riffs und Aggression) weiter ausbauen“ lautete mein Fazit zum „Portals to Uphobia“ Album im Jahre 2005. Zwei Jahre später veröffentlichen die Holländer nun „Emission phase“ und es scheint fast, als hätten die Jungs mehrere solcher Ratschläge erhalten… …denn mit dem neuesten Output zeigen sich DETONATION deutlich gewandelt! Solch brachiale Gewalt hätte man den Holländern gar nicht zugetraut! Die DARK TRANQULILLITY Anleihen kommen allenfalls in klitzekleinen Einsprengsel noch durch (vor allem der kurze cleane Gesang beim Opener). Ansonsten wird hier die Keule geschwungen, dass einem ganz anders wird.
Ruhepausen lassen sich natürlich auch hier immer mal wieder finden, aber insgesamt stehen die Fahnen auf Sturm! Die Holländer haben technisch so einiges dazu gelernt und transformieren ihren ehemals schwedisch angehauchten Sound zu einer regelrechten Referenz des Melodic Thrash Metals!

Teils erinnern DETONATION sogar an ultra technische Bands wie PSYCHROPTIC. Allerdings konzentrieren sich die Holzschuh Jungs auf melodisches Riffing, das auffällt. Wenn man sich Songs wie „Craven ablaze“ zu Gemüte führt, wird man regelrecht schwindelig gerifft. Eine sehr beeindruckende musikalische Leistung wird dem Hörer auf „Emission phase“ geboten. Komplexe, rhythmisch anspruchsvolle Gitarrenarbeit und durchweg versiertes Drumming.
Der Techniker unter den Hörern wird hier seine wahre Freude haben! Die Produktion ist im Übrigen sehr gut gelungen, wenn auch die Gitarren noch eine klein wenig mehr Power verdient hätten, obwohl es doch schon schön knallt. Aber ein bisschen mehr ist nie verkehrt ;-)

Ein kleines Problem hat „Emission phase“ dennoch zu verzeichnen. Das ganze gigantische Geprügel lässt kaum Platz für Eingängigkeit. Wo DETONATION beim Vorgängeralbum noch etwas zu selten die Härte zeigten, aber die Melodie auch im Gesang immer vorherrschend war, fällt dies hier etwas ab. Wirklich eingängig zeigen sich nur der Opener „Invoking the impact“ und das übergeile „Chokedamp“.
Auf dem folgenden Album könnten die Holländer noch ein bisschen daran feilen.

„Emisson phase“ sollte man eben als reines In-your_face Melodic Thrash Album sehen, ganz losgelöst vom Schweden Background. Dann kann diese Platte verdammt viel Spaß bringen! Die Härtesten der Harten können diese Band mit ihren neuesten Output durchaus für sich entdecken, trotz der immer wiederkehrenden instrumental melodischen Parts gibt’s hier konsequent eins in die Kauleiste. Songs, die mit geringerem Tempo etwas aus dem Rahmen fallen sind „Into the emission phase“ oder das Instrumental „2nd sun ascending“, ansonsten begeistern Tracks wie „Soul severance“ oder „Modulate“ mit einer ordentlichen Ladung Speed, wobei DETONATION es verstehen, immer wieder ein wenig Abwechslung in die Bude zu bringen.
Ein Schritt in die absolut richtige Richtung. Gelöst von den ehemaligen Vorbildern, kreieren die Holländer mit „Emission phase“ einen eigenen Stil, der sie mit Sicherheit eine Stufe auf der Treppe des Erfolgs nehmen lassen wird. Wer auf melodischen Thrash Metal steht, der tierisch die Fresse poliert und gleichzeitig Wert auf Abwechslung legt, der sollte DETONATION dringend antesten und begreifen, dass unser Nachbar in Nicht-Fußball relevanten Zeiten durchaus ein Ohr wert ist ;-). Auf geht’s! (Bernie)


Bewertung: 8,0 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 49:28 min
Label: Osmose Productions
Veröffentlichungstermin: 27.04.2007
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