INHUME haben es in knapp 13 Jahren des Bestehens gerade mal auf 2 Alben geschafft. Man könnte vermuten, dass man entsprechend anspruchsvolle Musik schreibt und sich deshalb Weile für gut Ding lässt. Das dritte Album namens „Chaos, dissection, order“ ist nun auf dem Markt erhältlich und beweist das genaue Gegenteil… „to grind“: zermalmen, zermahlen usw., soviel zur Übersetzung.
Was dabei rum kommt: Rumpel Rumpel Tätäräää, Knorz, Boing, Knall, Kotz, Furz…

Um was es den meisten Grind Fanatikern geht, das sei einfach mal in den Raum gestellt, ist pure „Sickness“. Ein Haufen Krawall, je krasser desto besser. Musik spielt hier eine weit untergeordnete Rolle, wobei man natürlich nicht den Fehler machen darf, die Musiker in ihrer Leistungsfähigkeit zu unterschätzen. Hauptsache viel viel Krach und Gebollere. Mit Gesang unter dem Nullpunkt, ein unverständliches Gurgeln, ein unmenschliches Kreischen. Wenn sich Grind anhört, wie ein Fäkaldämon beim Lösen einer tagelangen Verstopfung, dann ist der erste Schritt gemacht!
Der nächste und entscheidende Schritt folgt, wenn selbst Hartgesottene nur noch die Augen rollen können und sich fragen, warum man ein Album aufnimmt, bei dem man beim allerbesten Willen keine wirklichen Songs finden kann. Wenn sich die Metallmasse denkt: “Was zum Geier ist das denn für eine Scheiße?“, dann meißelt sich das Grinsen ins Gesicht des Grindcorelers.

Oder ist Grindcore vielleicht auch ein wenig Gesellschaftskritik, als Auflehnung gegen bestehende Formen, die Mehrwertsteuer, den Papst, die Geisel des gängigen Musikverständnisses?
Man weiß es nicht.
Wer den obig angeführten Katalog an Bedingungen gänzlich erfüllt und somit das Herz des gemeinen Grindcorelers wahrscheinlich bis zum Hals hüpfen lässt, sind INHUME und ihr neuer Stinkhaufen „Chaos, dissection, order“. Berauschend, wie sehr hier die Kriterien ausgefüllt werden. Die Geräuscheproduktionsmaschinen am Mikrofon, ganze zwei sind zu zählen, die so fett tief getunten Gitarren, so dass wirklich kaum noch ein Riff wirklich zu hören ist und die gigantisch arrangierten Songs voll Poesie und Einzigartigkeit.

INHUME haben ins Schwarze getroffen. „Chaos, dissection, order“ als einen Haufen Kacke eines vor Krankheit zerfressenen Bullen zu bezeichnen wäre vielleicht etwas zu garstig. Obwohl diese Beschreibung für die meisten Grindern wohl wie eine Kaufempfehlung klingen würde. Von mir aus, Grinder: KAUFEN KAUFEN KAUFEN, alle andere WEGLAUFEN LAUFEN LAUFEN! Wer Musik hören will, der ist hier falsch. Grinder werden dieses Album allerdings lieben und mit zum Kuscheln ins Bett nehmen (da muss der Teddybär halt ma bisschen zurückstecken!).
Unfassbare vier Punkte lassen sich darin finden, dass der Drumsound wirklich gut uns differenziert geraten ist und der Mann hinterm Kessel was von seinem Instrument versteht (war ja auch schließlich mal bei GOD DETHRONED ;-)). Der Rest ist guter Wille und das Wissen, dass es Fans lieben werden. Furchtbarer Soundmüll. (Bernie)


Bewertung: 4,0 / 10

Anzahl der Songs: 16
Spielzeit: 31:10 min
Label: Osmose Productions
Veröffentlichungstermin: 29.03.2007
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