Eternity Magazin

Äußerst ambitioniert geht die französische Gothic – Doom – Formation AMPHITRYON auf ihrem Debüt “Sumphokeras“ zu Werke. Dem Album liegt ein lyrisches Konzept zugrunde, dem die von Gitarrist Matthieu Scarpa geschriebenen Novelle „Le Cycle d´Ephapsaménéé“ zugrunde liegt. Auch musikalisch wagt sich die bereits 1996 gegründete Band auf fast avantgardistisches Terrain.

Daß es bis zur ersten Scheibe so lange gedauert hat, liegt daran, dass die Band immer wieder durch Besetzungswechsel zurückgeworfen wurde. Bereits 1998 spielte man zwei Songs für einen Sampler mit jungen Bands ihrer Heimat ein und 2001 veröffentlichte man bereits eine EP mit dem Titel „l´Entremonde“.
Für den nun vorliegenden Silberling ließ man sich auch wegen der aufwändigen Vorlage sehr viel Zeit. Zeit, die sich nur bedingt ausgezahlt hat. Man orientiert sich musikalisch an der Phase, als der Death – Doom in den Gothic – Metal überging, fügt aber auch allerlei genrefremde Ideen hinzu.
Im Gesangsbereich herrscht reichlich Abwechslung, da fast jedes Mitglied dazu beiträgt. So finden sich neben klassischen Deathgrowls, Cleanvocals, Frauengesang auch opernhafte Gruppengesänge auf dem Album. Doch gerade bei denen erinnern AMPHITRYON sehr stark an die schwedische THERION, die solche Arrangements ja bis zum Exzess zelebrieren. Oft herrschen auch sehr monotone Riff – Strukturen, die trotz Härte kaum Tempo aufnehmen. Klar ist das im Doom – Bereich normal, aber irgendwie wirkt das zu leblos, und die Erhabenheit von Acts wie den sicherlich einflussgebenden MY DYING BRIDE wird nie erreicht.

Richtig interessant wird ihre Musik erst, wenn er Sechser in andere musikalische Regionen vordringt, vor allem in den ruhigeren Passagen. Hier gibt es viel zu entdecken, Tribaldrums, ethnische Gesänge, klassische Einsprengsel, Folk, modere Metal – Riffs, etc. Solche Dinge verleihen den Songs auch die nötige Eigenständigkeit, auch wenn sie sich nicht ganz von ihren Vorbildern lösen können. Besonders hervorzuheben sind die Bassläufe, welche die langsamen Parts untermalen und die abstrakte Rythmik. Doch gerade die kommt wegen des zu sehr in den Hintergrund gemischten Schlagzeug – Sounds nicht so zur Geltung.
Der sehr minimalistische Klang sorgt auch dafür, dass die Übergänge zwischen den einzelnen Passagen sehr krass wirken. Kurz nachdem nur ein paar Piano- Töne und der Bass zu hören waren, brechen die Moll – Riffs los, das wirkt bisweilen sehr zerfahren. Es fließt kaum was ineinander über, aber AMPHITRYON legen vielleicht auch wert auf dieses schroffe Klangbild. Das bringt eine gewisse kalte Schönheit mit, die die düstere Atmosphäre unterstreicht.

Auf Dauer ist das aber zu anstrengend, da auch die Satzgesänge ohne den nötigen Druck aus den Boxen quillen. Etwas mehr Harmonie hätte der Scheibe sicher gut getan, vor allem hinsichtlich der Eingängigkeit. Hier wurde wohl da Ganze zu sehr ins Konzept gepresst, dadurch wirkt alles ein bißchen kopflastig. So braucht man schon seine Zeit, um sich in die Materie einzuarbeiten. Dafür kann man aber auch nach ein paar Durchläufen immer noch was entdecken. Ob das allerdings reicht, um sich auf dem Markt durchzusetzen, zumal die genannten Protagonisten der Szene im letzten halben Jahr gewohnte Qualität abgeliefert haben, ist zu bezweifeln. (MetalPfälzer)


Wertung: 6,5 / 10 Punkte

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 47:14 min
Label: Manitou Records
Veröffentlichungsdatum: 27.04.2007

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