Eternity Magazin
Was man DEBAUCHERY auf ihren letzten Platten ganz besonders ankreiden konnte, war das latente Kopieren von SIX FEET UNDER und ihren „Graveyard Classics“. OBITUARY, SFU meets AC/DC. In runderneuerter Besetzung schießen die Jungs nun das mit dem unwahrscheinlich schönsten Cover des Jahres 2007 geschmückte „Back in blood“ auf den Hartwurstmarkt. Irgendwie kommt mir da was bekannt vor… Nun, „Back in Blood“ oder „Back in Black“, kein großer Unterschied in der reinen Worthülse. In Punkto Qualität liegen ganze Universen dazwischen. Wenn DEBAUCHERY mit dieser Platte ihr eigenes „Back in Blood“ abgeben wollen, nunja, dann ist die Mission nicht wirklich geglückt.

Die wunderschön geschmückte CD beginnt recht interessant mit „Lord of battle“, dass mit einer eingängigen Melodie begeistert, bei Leibe kein schlechter Song. „Praise the blood god“ kommt mit seiner schleppenden Doublebass auch ganz gut rüber, auch wenn der Song mit der Zeit arg langatmig wird, hat aber seine guten Stellen. „Manhunting“ kann noch teils mit der Death Metal Kelle überzeugen, da geht’s mal ein bisschen zur Sache!
Alle anderen Songs laden eher zum Mittagsschläfchen ein, als dass sie wirklich überzeugen können. DEBAUCHERY mögen live mit ihrer lustigen Blut – Show einiges unter dem jungen Publikum reißen, aber auf Platte bricht anstatt Kunstblutrausch eher Langeweile aus als alles andere. Sänger Thomas ist die wohl getreuste Kopie von Chris Barnes, die es gibt, ohne die fiesen Schreie zu addieren, was seinen Gesang, so beeindruckend sein tiefes Gegurgel auch ist, sehr eintönig macht. Wenn der Gesang nicht wäre, als Death Metal könnte man „Back in blood“ nicht immer erkennen. Man höre sich „Butcher of bitches“ und „Death Metal Maniac“ an und erkenne beim ersten Ton schon die AC/DC Kopie. SIX FEET UNDER und automatisch OBITUARY standen für den metallischeren Teil der Platte also auch mal wieder Pate.
Die einzigen eigenen Akzente kann man mit „Lords of battle“ setzen, welche aber gleich in üblichen, bekannten Riffs verschwimmen. Kopie reiht sich an Kopie. Die paar Coverversionen von GENESIS über RAMMSTEIN bis MANOWAR tragen auch nicht wirklich zur Qualitätssteigerung der ganzen Geschichte bei. Und warum eine Band vom renommierten AFM Label eine Promo mit nur halben Songs veröffentlicht und die Hälfte der Cover weg lässt bleibt wohl auch ein Rätsel.

Wer DEBAUCHERY liebt, der soll sich diese von außen so hübsch präsentierte Platte kaufen und glücklich damit werden, in Punkto musikalischem und vor allem künstlerischem Anspruch ist hier allerdings nix zu holen! Zum Neu entdecken nicht empfohlen, es sei denn man ist SIX FEET UNDER Freak, dann kann man mal ein Ohr riskieren, AC/DC Fans werden hier wohl eher das kalte Grauen erfahren. Zumindest hat man den Jungs eine fette Produktion verpasst und auf den Promo Fotos gibt’s ne geile Schnalle mit prallen Titten, das gibt direkt nen Extra Punkt! (Vornehmlich für den Sound, wohlgemerkt). Über den inflationären Gebrauch des Wortes „blood“ und ähnlichem fangen wir erst gar keine Diskussion an.
Wohlwollende 5,5 Punkte, da DEBAUCHERY in Deutschland einzigartig sind, eine einzigartige Kopie besserer Bands. Sorry Jungs, so geht das nicht. (Bernie)

Bewertung: 5,5 / 10

Anzahl der Songs: 17
Spielzeit: 61:41 min
Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin: 23.03.2007
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